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Magnetschwebebahn für Flughafen München wird geprüft | BR24

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Eine schnelle Verbindung zwischen Münchens Zentrum und dem Flughafen - die Pläne für den Transrapid sind vor 12 Jahren gescheitert. Jetzt gibt es aber neue Überlegungen für eine Magnetschwebebahn.

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Magnetschwebebahn für Flughafen München wird geprüft

In zehn Minuten mit dem Transrapid vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen - davon träumte Edmund Stoiber noch 2002. Bekanntlich wurde nichts daraus. Eine kleine Magnetschwebebahn könnte aber bald rings rund um den Münchner Airport fahren.

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Am Flughafen München könnte ein neues Magnetschwebesystem aus der Oberpfalz zum Einsatz kommen. Das Bundesverkehrsministerium hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Sie soll am Beispiel des Airports untersuchen, inwieweit das System für den Nahverkehr geeignet ist und welche Vor- oder Nachteile es gegenüber anderen Transportsystemen hat.

Eine Bahn für das Flughafengelände

Man wolle die "Sinnhaftigkeit" des Systems untersuchen, sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Montag im Erdinger Moos. Flughafen-Chef Jost Lammers könnte sich vorstellen, dass die Bahn in einem großen Oval über das weitläufige Flughafengelände mit seinen vielen Firmen, Hotels und Einrichtungen schweben könnte – parallel zu den großen Zufahrtsstraßen und auch zwischen den beiden Terminals. Ein Anbindung nach außen, also über das Flughafengelände hinaus, sei "kein Thema", betonte Rainer Schwarzmann von dem Consulting-Unternehmen, das mit der Studie beauftragt ist.

Technologie aus der Oberpfalz

Entwickelt hat das neue Magnetschwebesystem die Oberpfälzer Firmengruppe Max Bögl. Es handelt sich dabei um eine andere Technologie als beim Transrapid, wie er einmal zwischen der Münchner Innenstadt und dem Flughafen geplant war – auch damals war die Firma schon Teil des Konsortiums, das den Transrapid hätte bauen sollen. Das jetzige "Transportsystem Bögl", kurz TSB, fährt höchstens mit 150 km/h und ist ausdrücklich für den Nahverkehr gedacht. Beim TSB sitzt der Antrieb direkt im Fahrzeug – und nicht, wie beim Transrapid, im Fahrtweg.

Als die Transrapid-Träume platzten

2002 schwärmte der damalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) von einer Verbindung zum Flughafen: "Wenn Sie vom Hauptbahnhof in München ... mit zehn Minuten, ohne, dass Sie am Flughafen noch einchecken müssen, dann starten sie im Grunde genommen am Flughafen ... am, am Hauptbahnhof in München starten Sie ihren Flug." Die Rede wurde Kult, das Prestigeprojekt Transrapid der bayerischen Staatsregierung dagegen scheiterte: Es war viel zu teuer.

Transrapid-Technik zu teuer

Zuerst ging man von 1,85 Milliarden Euro für die Strecke zwischen Innenstadt und Flughafen aus. Dann war plötzlich von drei Milliarden Euro die Rede, und das Bundesverkehrsministerium stoppte das Vorhaben im März 2008. Auf der Transrapid-Teststrecke im Emsland gab es zudem 2006 einen schweren Unfall mit 23 Toten und zehn Verletzten, weil ein Werkstattwagen auf der Strecke vergessen worden war. Inzwischen ist der Transrapid in China unterwegs.

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