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Magnetangeln am Main: ein lebensgefährliches Hobby | BR24

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Magnetangler suchen Flüsse, Bäche und Seen ab. Ihre Beute: Kronkorken, Fahrräder und vereinzelt auch schon ein Tresor. Ihre Funde müssen sie melden. Wird kein Eigentümer gefunden, bekommen sie die "Schätze" meist zurück.

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Magnetangeln am Main: ein lebensgefährliches Hobby

Einkaufswägen, ein rostiges Fahrrad - Mario Schrader und Walter Linder haben im Main schon viel gefunden. Regelmäßig angeln sie mit Magneten und gehen damit einem sehr gefährlichen Hobby nach. Denn an Magneten hängen nicht immer harmlose Gegenstände.

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Vielleicht gelingt diesmal der ganz große Fang - mit diesem Gedanken werfen Mario Schrader und Walter Linder regelmäßig ihre Magnetangeln aus. Was der Magnet erwischt, wissen sie vorher nicht. Es ist genau dieser Überraschungseffekt, der für beide den Reiz ausmacht - und der mitunter lebensgefährlich sein kann. Wenn sie zum Beispiel mit ihren Angeln auf Granaten stoßen.

Polizei rät zur Vorsicht

Seit zwei Jahren gehen Mario Schrader und Walter Linder dem Hobby nach. Sie haben bereits drei Granaten aus dem zweiten Weltkrieg an Land gezogen – eine davon war noch scharf. "Lassen Sie die Granate, die Munition vor Ort liegen", betont Philipp Hümmer vom Polizeipräsidium Unterfranken. Finder sollten sofort Kontakt zur Polizei aufnehmen.

Keine einheitliche rechtliche Regelung fürs Magnetangeln

Allein an den Wochenenden rücken die Sprengkommandos in Bayern momentan acht bis zehn Mal aus, um Panzerfäuste und Granaten zu entsorgen, die Magnetfischer gefunden haben. Die Kampfmittel-Experten stufen das Hobby als lebensgefährlich ein. Einen einheitlichen rechtlichen Rahmen gibt es dafür bisher jedoch nicht. Für den Main könnten zum Beispiel die jeweiligen Landratsämter ein Verbot aussprechen.

Der Traum vom großen Fang bleibt

Mario Schrader und Walter Linder versuchen möglichst achtsam vorzugehen. "Das Ziel ist an sich, das Wasser sauber zu machen", sagt Mario Schrader. Die "erangelten" Trophäen werden dann entweder fachgerecht entsorgt oder kommen ins Fundbüro. Für manche Stücke gibt es Finderlohn. Reich wurden die Angler damit noch nicht. Aber der Traum den ganz großen Fang zu machen, bleibt.

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