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Magier Siegfried Fischbacher ist tot | BR24

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In Las Vegas hatte der Rosenheimer Siegfried Fischbacher mit seinem Partner Roy Horn große Erfolge gefeiert. Berühmt war das Duo für seine Auftritte mit weißen Tigern. Nun erlag Siegfried einem Krebsleiden.

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Magier Siegfried Fischbacher ist tot

Siegfried Fischbacher, Teil des Magier-Duos "Siegfried & Roy", ist tot. Der gebürtige Rosenheimer starb im Alter von 81 Jahren in Las Vegas. Das bestätigte seine Schwester der Deutschen Presse-Agentur.

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  • BR24 Redaktion

Der "Siegfried & Roy"-Magier Siegfried Fischbacher ist tot. Der gebürtige Rosenheimer starb im Alter von 81 Jahren, wie seine Schwester der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag bestätigte. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet. Demnach starb Fischbacher an den Folgen einer schweren Krebserkrankung. "Siegfried & Roy" waren für ihre Auftritte mit weißen Tigern und Löwen weltbekannt.

Partner Roy bereits 2020 in Folge von Corona gestorben

"Er war zu Hause in Las Vegas", sagte Fischbachers Schwester der dpa. Sie habe ihn noch angerufen. "Ich konnte mit ihm noch beten und ihm sagen, dass ich mit meinen Herzensgedanken immer bei ihm bin." Nach dem Gespräch habe er sich hingelegt und sei dann eingeschlafen. Erst im vergangenen Mai war Fischbachers Partner Roy Horn an den Folgen von Covid-19 gestorben.

Traumkarriere endete 2003 abrupt nach Tigerattacke

Als "Siegfried & Roy" waren sie umjubelt. Der gebürtige Rosenheimer Siegfried Fischbacher und sein aus Nordenham bei Bremen stammender Partner Roy Horn hatten sich mit ihrer Show am Strip von Las Vegas - einem Mix aus Zauberei, Illusionen und exotischen Tieren - einen Traum erfüllt. Der nahm im Oktober 2003 ein jähes Ende, als der Dompteur Horn von einem weißen Tiger angefallen und lebensgefährlich verletzt wurde - vor den Augen von mehr als 1.500 entsetzten Zuschauern.

Gemeinsame öffentliche Auftritte des ehemaligen Magier-Duos waren daraufhin selten geworden. Horn war seit dem Unfall auf eine Gehhilfe oder einen Rollstuhl angewiesen. Im November 2017 reisten sie allerdings noch einmal zusammen nach Deutschland. In seiner bayerischen Heimat traf Fischbacher seine jüngere Schwester, eine Nonne, und seinen noch in Rosenheim lebenden älteren Bruder. Im Jahr 2019 war Siegfried offenbar zum letzten Mal in Bayern.

© Anton Hötzelsperger

Besuch von Siegfried und Roy im Juni 2019 beim Entenwirt Hochries.

© Anton Hötzelsperger

Besuch von Siegfried und Roy im Juni 2019 beim Entenwirt Hochries.

"Ich bin an Rosenheimer"

Seiner Geburtsstadt Rosenheim war Fischbacher immer verbunden geblieben. 2010 war er als Ehrengast zur Eröffnung der Landesgartenschau angereist. "Ich bin hier aufgewachsen", bekannte er sich zu seinen Wurzeln, "und darauf immer sehr stolz gewesen." In einer Mischung aus oberbayerischem Dialekt und Deutsch mit englischem Akzent fügte er hinzu: "I bin an Rosenheimer."

Schon als Bub erste Zaubertricks

Fischbacher wurde am 13. Juni 1939 in Rosenheim geboren und lernte dort schon als Junge die ersten Zaubertricks. Nach dem Schulende jobbte er in einem Hotel am Gardasee, bevor er als Schiffssteward auf der "TS Bremen" anheuerte und bald mit magischen Tricks zum Entertainer der Passagiere avancierte. Dort lernte er den Tierliebhaber Roy Horn kennen, der von Siegfrieds Zauberkünsten fasziniert war.

Statt Kaninchen weiße Tiger und andere Raubkatzen

Statt Kaninchen aus dem Hut zu zaubern, regte Roy an, seinen an Bord versteckten Geparden in die Nummer einzubauen. Das Duo brachte fortan immer mehr exotische Tiere auf die Bühne. Zusammen tingelten sie mit Zauber- und Tiertricks durch kleinere Theater, bis ihnen 1966 in Monaco mit einer Galavorstellung beim Fürstenpaar Rainier und Gracia Patricia der internationale Durchbruch gelang.

1967 kamen sie nach Angaben ihres Deutschland-Managements erstmals nach Las Vegas, ab 1970 waren sie dort drei Jahre im Stardust zu sehen. 1988 handelten sie mit dem Mirage-Hotel den bis dahin dicksten Millionen-Deal in der Geschichte der Kasinostadt aus. Mit ihren seltenen weißen Tigern und anderen Raubkatzen hielt das Duo Millionen Fans in Atem, bis zu der Attacke von Montecore am 3. Oktober 2003.

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