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Mädchen aus Friedberg sind für Engagementpreis nominiert | BR24

© BR/Barbara Leinfelder

Sie haben Filter entwickelt, die verhindern, dass Mikrofasern aus Waschmaschinen und Waschbecken ins Abwasser gelangen. Jetzt haben zwei Mädchen aus Friedberg die Chance den Deutschen Engagementpreis zu gewinnen. Es wird spannend.

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Mädchen aus Friedberg sind für Engagementpreis nominiert

Sie haben Filter entwickelt, die verhindern, dass Mikrofasern aus Waschmaschinen und Waschbecken ins Abwasser gelangen. Jetzt haben zwei Mädchen aus Friedberg die Chance den Deutschen Engagementpreis zu gewinnen. Es wird spannend.

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Die Waschküche im Haus ihrer Eltern ist sozusagen das Labor von Leonie Prillwitz. Die 16-Jährige hat monatelang getüftelt, um herausfinden, wie man am besten Mikrofasern aus dem Waschwasser bekommt. Gefunden hat sie eine Lösung, mit der auch ältere Waschmaschinen nachgerüstet werden können, weil der Filter einfach ins Abflussrohr eingehängt wird.

Bei Forschungsarbeiten Waschküche überflutet

Die Filter, das sind drei längliche Netz-Beutel übereinander, mit verschiedener Maschenweite. Sie filtern zuverlässig Mikrofasern heraus, lassen aber auch genügend Wasser durch, das ist wichtig, wie Leonie feststellten musste. Denn während ihrer Forschungsarbeiten stand die Waschküche schon "ein paar Mal unter Wasser", erzählt Leoni und lacht.

Ein effizienter Mikrofilter aus günstigem Material

Das Material für die Filter gibt es in jedem Baumarkt für ein paar Euro. Was darin hängen bleibt, kann im Hausmüll entsorgt werden. Für ihre Ideen hat das sportliche Mädchen mit langen hellbraunen Haaren schon etliche Preise abgeräumt, bei Jugend forscht etwa.

Drei Mädchen können auf den Engagementpreis hoffen

Und auch ihre kleine Schwester Zöe, 13 Jahre alt, hat sie mit ihrem Forschergeist angesteckt. Zöe hat einen Filter für Waschbecken entwickelt. Der filtert aus Seife, Zahnpasta oder Make-up Mikroplastik heraus. Jetzt sind die Schwestern zusammen mit ihrer Freundin Aurelie aus Egling an der Paar für den Deutschen Engagementpreis nominiert. Dieser würdigt das freiwillige Engagement von Menschen in Deutschland. Träger des Preises ist das Bündnis für Gemeinnützigkeit. Der Preis wird am Donnerstagabend (5.12.) verliehen.

Eine Familie voller engagierter Frauen

Die Mädchen haben nicht damit gerechnet, für den Engagementpreis nominiert zu werden, "weil es gibt massenweise Projekte und die sind alle echt: Wow", wie Zöe es formuliert. Mutter Antje Prillwitz ist rechtschaffen stolz auf ihre Töchter und darauf, dass sie sich Gedanken machen: "Bei uns war es damals das Waldsterben: dürre, kahle Bäume. Gott sei Dank ist es anders gekommen, weil man rechtzeitig gegengesteuert hat, die FCKWs verboten hat. Und jetzt ist es halt an den Kindern für ihre Generation etwas zu tun."

Es geht vor allem um das Engagement für die Umwelt

Leonie war mit ihrer Erfindung jetzt schon mehrmals im Radio und im Fernsehen, aber sie drängt gar nicht so sehr in die Öffentlichkeit. Sie will viel lieber ihren Mikrofaserfilter perfektionieren und als günstigen Nachrüstsatz für jedermann zur Serienreife bringen. Außerdem: "Vor allem will ich auch ein Bewusstsein schaffen, damit man sich vor dem Kaufen überlegt, brauch ich jetzt wirklich noch das zehnte T-Shirt und die elfte Vliesjacke. Und klar, sollten die Mädchen gewinnen, wollen sie das Preisgeld zur Gänze in ihr Projekt stecken.