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Luisenburg-Festspiele abgesagt: Wunsiedel ruft nach Hilfe | BR24

© picture alliance/Nicolas Armer

Weil die Zuschauerränge der Freilichtbühne auf der Luisenburg in diesem Jahr leer bleiben, hofft die Stadt Wunsiedel auf Hilfe vom Freistaat.

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Luisenburg-Festspiele abgesagt: Wunsiedel ruft nach Hilfe

Die Absage der Luisenburg-Festspiele für das Jahr 2020 reißt ein großes finanzielles Loch in den Haushalt der Stadt Wunsiedel. Und nicht nur das. Auch rund 200 Bürger leben von den Festspielen auf Deutschlands ältester Freilichtbühne.

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Die Verschiebung der Luisenburg-Festspiele auf das kommende Jahr könnte die Stadt Wunsiedel rund 20 Millionen Euro kosten. Das hat Wunsiedels Bürgermeister Karl-Willi Beck (CSU) gegenüber dem Bayerischen Rundfunk gesagt. Am 24.04.20 hatte die Stadt die Festspiele wegen der Corona-Pandemie für das Jahr 2020 abgesagt. Über 100.000 Tickets waren zu diesem Zeitpunkt bereits verkauft. Vergangenes Jahr kamen 148.000 Zuschauer.

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Großes Loch im Etat der Luisenburg-Festspiele

Die von Beck genannten 20 Millionen Euro umfassen neben den Verlusten durch die Festspiele selbst auch wegfallende Einnahmen in Gastronomie und Hotellerie und ausbleibende Steuereinnahmen. Alleine einen Verlust von 2,5 bis drei Millionen Euro wird der Festspiel-Etat zu verzeichnen haben.

Mit den Luisenburg-Festspielen bricht ein wichtiger Arbeitgeber weg

Rund 200 Menschen arbeiten normalerweise während der Sommermonate für und rund um die Festspiele. Durch die Absage für dieses Jahr bricht damit für viele Wunsiedler ein wichtiger Arbeitgeber weg. Beck betonte, dass die Stadt alles dafür tue, damit die Künstler sowie das übrige Personal möglichst sicher und fair durch die Krise kämen. Unter anderem hat die Stadt Kurzarbeit für viele der Festspiel-Angestellten beantragt – das geht auch dann, wenn ein Arbeitsvertrag noch gar nicht begonnen hat.

Wunsiedels Bürgermeister hofft auf Unterstützung durch den Freistaat

Die Stadt Wunsiedel ist der Veranstalter der Luisenburg-Festspiele. Im sowieso angespannten Haushalt der Stadt macht der Umsatz der Festspiele normalerweise rund 20 Prozent der Gesamtsumme aus. Bürgermeister Beck hofft nun auf Unterstützung durch den Freistaat: "Alleine können wir das nicht stemmen", sagte er gegenüber dem BR. Nachdem klar war, dass die Festspiele 2020 nicht stattfinden werden, habe er den Ausfall direkt an das bayerische Ministerium für Wissenschaft und Kunst gemeldet und um Hilfe gebeten. Dass diese auch kommen wird, ist für Beck sicher: Er rechnet im Lauf des Sommers mit entsprechenden Zusagen.

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass es die Festspiele nicht mehr geben wird, sondern ich bin davon überzeugt, dass man von Seiten des Freistaats Bayern alles dafür tun wird, dass die Festspiele nächstes Jahr wieder stattfinden können." Karl-Willi Beck, scheidender Bürgermeister von Wunsiedel

Beck hatte bei der Kommunalwahl 2020 aus Altersgründen nicht mehr kandidiert. In seiner letzten Stadtratssitzung sagte er am 29.04., es werde nun die Aufgabe seines Nachfolgers Nicolas Lahovnik und die des neuen Stadtrats sein, nicht locker zu lassen, um die benötigte Unterstützung vom Freistaat zu erhalten.

Luisenburg ist Deutschlands älteste Freilichtbühne

Die Luisenburg-Festspiele auf Deutschlands ältester Freilichtbühne sind ein Publikumsmagnet für das Fichtelgebirge. Das Festspielgelände gibt es seit dem Jahr 1804. Aber bereits seit Mitte des 17. Jahrhunderts sollen Wunsiedler Lateinschüler dort Sommerfeste gefeiert haben. In ihrer heutigen Form sind die Luisenburg-Festspiele seit den 1950er-Jahren noch nie ausgefallen.

Zeltdach der Freilichtbühne trotz Absage aufgebaut

Unterdessen haben Mitarbeiter trotz Absage der Spielzeit das Zeltdach über den Zuschauerraum der Freilichtbühne gespannt. Das empfindliche Dach müsse aufgebaut werden, damit es nicht zu irreparablen Schäden komme, heißt es zur Begründung. Am Ende der etwas mehr als dreimonatigen Spielzeit verpacken Bühnentechniker das Dach immer so trocken wie möglich, damit es in den Wintermonaten zusammengefaltet im Zuschauerraum lagern kann. Dabei besteht nach Angaben der Festspiele jedoch die Gefahr, dass Feuchtigkeit und Schmutz dem Material zusetzen.

Pinocchio und Watzmann verschoben

Für die Spielzeit 2020 waren unter anderem die musikalische Alpenland-Satire "Der Watzmann ruft" von Wolfgang Ambros und das Kinderstück "Pinocchio" geplant.

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