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Luftbeobachtung wegen Waldbrandgefahr in Schwaben | BR24

© BR/Katharina Reichart

Roland Hölzle, Luftbeobachter am Landratsamt Oberallgäu, ist mal wieder unterwegs: Seine übliche Kontroll-Tour dauert rund drei Stunden. Gemeinsam mit dem Piloten beobachtet er, ob irgendwo Rauch aufsteigt.

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Luftbeobachtung wegen Waldbrandgefahr in Schwaben

Die Regierung von Schwaben hat wegen der akut bestehenden Waldbrandgefahr erneut Luftbeobachtung angeordnet. Speziell ausgebildete Luftbeobachter und Piloten der Luftrettungsstaffel halten über den Wäldern nach Brandherden Ausschau.

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Am Flugplatz in Durach bei Kempten zeigt das Thermometer 32 Grad an. "Die Trockenperioden und die Perioden der Hitze sind etwas mehr geworden und aufgrund dessen müssen wir jetzt öfter präsent sein", erklärt Luftbeobachter Roland Hölzle vom Landratsamt Oberallgäu. Zusammen mit einem Piloten besteigt er eine kleine Propellermaschine.

Waldbrandgefahr: Ein Funke reicht aus

Etwa 3 Stunden fliegen sie über die Allgäuer Wälder. Hölzles Blick schweift dabei die ganze Zeit über die Baumwipfel: "Ob das jetzt ein Lagerfeuer ist, oder das jetzt typische Mottfeuer sind, wo hier bei uns im Allgäu Tannenzweige verbrannt werden - da reicht schon oft eine Windböe oder im ausgetrockneten Wald ein Funkenflug, sodass wir dann Ruckzuck einen großen Waldbrand haben."

Bei einer Flughöhe von 300 bis 600 Metern sieht er trotz diesigem Wetter relativ weit, könnte eine Rauchsäule also sofort lokalisieren und mit Hilfe einer Karte auf einem Tablet die GPS-Daten herauslesen. Währenddessen ist in einem Wald bei Kaufbeuren Förster Frank Kroll ist mit einem Kollegen in seinem Revier unterwegs.

"Ganz dürr und ganz entzündlich"

An den Bäumen seien in den Kronen schon wenig Nadeln, "das ist ein unheimliche Trockenheit. Man sieht es nicht nur an den Kronen, man sieht es auch den Buchen da, wie sich die Blätter einrollen, sieht nicht so gut aus“, sorgt sich der Förster. Die Hitze setzt den Bäumen zu, unten am Waldboden liegen trockene Tannenzapfen und Reisig: "Ganz dürr und ganz entzündlich jetzt, total gefährlich."

Beobachtung aus der Luft unerlässlich

Dabei muss es gar kein Feuer sein: Ein heißer Auspuff, selbst eine weggeworfene Zigarette reichen jetzt aus, und der Wald beginnt zu brennen. Die Beobachtung aus der Luft ist für Förster Kroll zurzeit unerlässlich: "Das ist deswegen wichtig, weil wir eine sehr hohe Waldbrandgefahr haben und wir wenn ein Feuer entsteht, möglichst schnell reagieren können und das Feuer eindämmen können."

Wenn Luftbeobachter Hölzle einen Brand lokalisiert hat, meldet er ihn sofort der integrierten Leitstelle. Beim Flug übers Allgäu ist allerdings alles ruhig gewesen. Trotzdem wünscht sich Roland Hölzle, dass es bald wieder regnet.