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Luchstötung bei Lohberg: Abschluss der Ermittlungen angekündigt | BR24

© picture-alliance/dpa

Luchs in Bayern – Steckbrief Luchs: Luchs - ein Wildtier

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    Luchstötung bei Lohberg: Abschluss der Ermittlungen angekündigt

    Im Fall der getöteten Luchse, von denen im Mai 2015 nur noch die abgetrennten Vorderläufe gefunden wurden, ist ein Ende der Ermittlungen in Sicht. Ob ein tatverdächtiger Jäger angeklagt wird, ist unklar.

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    Im Mai 2015 wurden bei Lohberg (Lkr. Cham) abgetrennte Vorderläufe von zwei Luchsen gefunden. Sie waren vor einer Fotofalle abgelegt worden. Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat zu diesem Fall bis Ende Mai oder Juni den Abschluss der Ermittlungen angekündigt. Wie der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Markus Pfaller, auf Nachfrage bekannt gab, sind jetzt die letzten Gutachten eingegangen. Auf diese Gutachten hatte die Staatsanwaltschaft monatelang gewartet.

    Aufwendiges Gutachten zu Geschosspartikeln

    Es handelt sich zum einen um einen DNA-Abgleich von Spuren mit einer tschechischen Luchs-Datenbank. Zum anderen liegt jetzt ein aufwendiges Gutachten zu Geschosspartikeln vor. Diese Untersuchung geht weit über das übliche ballistische Gutachten hinaus. Experten führten eine Blei-Isotopen-Analyse durch, um das Blei der Geschossteile im Detail zu analysieren.

    Staatsanwaltschaft verteidigt Dauer der Ermittlungen

    Oberstaatsanwalt Markus Pfaller wollte zu den Ergebnissen der Gutachten nichts sagen, außerdem keine Details zu den Ermittlungen nennen. Es müssten nun alle Erkenntnisse zusammengeführt werden. Dann werde es einen Schlussbericht geben. Pfaller verteidigte die Dauer der Ermittlungen, die von Naturschutzverbänden kritisiert worden war. Man habe zu dem Fall kein Geständnis eines Tatverdächtigen, sondern nur eine Vielzahl von aufwendig zusammengetragenen Mosaiksteinchen und Indizien, aus denen sich nun hoffentlich ein Gesamtbild ergeben werde. Die Ermittlungen seien sehr schwierig gewesen. Pfaller wollte keine Prognose abgeben, ob es am Ende zu einer Anklage kommen oder das Verfahren eingestellt wird.

    Hausdurchsuchung bei Jäger

    Der Fall hatte sich im Mai 2015 im Lamer Winkel ereignet. Luchsforscher hatten abgetrennte Vorderläufe gefunden, die, wie sich später herausstellte, von zwei illegal erschossenen Luchsen stammten. Lange gab es keine heiße Spur zu einem Täter. Im Dezember 2016 fand dann eine großangelegte Hausdurchsuchung bei einem tatverdächtigen Jäger im Raum Lohberg statt. Bei ihm wurden Waffen, Munition und Körperteile von Luchsen sichergestellt.

    Im Bayerischen Wald gab es schon mehrere Fälle illegaler Luchstötungen. Bisher wurde nie ein Täter gefasst.