| BR24

 
 

Bild

Symbolbild: Kuh
© BR/south & browse GmbH

Autoren

Hermann Scholz
© BR/south & browse GmbH

Symbolbild: Kuh

Methan heizt die Klimaüberhitzung 25 mal stärker an als Kohlendioxid. Und in Deutschland ist die Hauptquelle von Methan die Rinderhaltung.

Jede Kuh stößt pro Tag mehrere hundert Liter Methan aus. An der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft untersuchen Forscher, was man tun kann, um den Methan-Ausstoß zu verringern. Das Projekt ist Teil eines deutschlandweiten Forschungsprojekts.

"Das Ziel wäre, Tiere zu bekommen, die die Futtertrockenmasse effizienter nutzen, also weniger Methan produzieren und gleich viel Milch und Fleisch", erklärt Professor Hubert Spiekers, Leiter des Instituts für Tierernährung und Futterwirtschaft bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft. "Das ist auch energetisch günstiger, weil die Kuh dann weniger Methan verschwendet und die Energie für Milch und Fleisch hernimmt. Das will man ja, wenn man Nutztiere hat."

Suche nach der klima-effizienten Kuh

In einem Versuchsstall der Landesanstalt in Achselschwang am Ammersee fressen und rülpsen 170 Rinder gegen den Klimawandel. Die Forscher können bei jeder Kuh genau messen, wie viel Futter sie zu sich nimmt, und wie viel Methan sie wieder von sich gibt. Das Ziel: die Tiere herausfinden, die das Futter am effizientesten nutzen, und somit wenig Methan ausstoßen. Dann kann man effiziente Tiere weiter züchten und zugleich das Futter den Bedürfnissen der Tiere anpassen. Bayern sei bei der Vermeidung von Methan ohnehin schon weit.

"Wir haben die gleiche Milchmenge, die wir heute erzeugen, vor 25 Jahren mit knapp zwei Millionen Kühen erzeugt, heute haben wir knapp 1,2 Millionen Kühe", sagt Spiekers. "Insgesamt haben wir dann weniger Futterverbrauch. Da habe ich sicherlich 20 bis 25 % weniger Methan-Menge für die gleiche Milchproduktion."

Glückliche Kälber produzieren weniger Methan

Eine Erkenntnis kommt in einer Box in einer geschützten Ecke des Kuhstalls in Achselschwang gerade auf die Beine: ein frisch geborenes Kalb. Die Forscher haben festgestellt, dass es für Kühe sehr wichtig ist, sich beim Kalben wohl zu fühlen – Tiere, die gut kalben, verwerten ihr Futter effizienter und produzieren damit weniger Methan.