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Lokomotiven im Lockdown – Modelleisenbahnen im Trend | BR24

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Die Spielwarenbranche profitiert im Winterhalbjahr vom Teil-Lockdown. Auch die gute alte Modelleisenbahn ist wieder im Kommen. Auch, weil die Menschen wieder mehr Zeit zuhause verbringen müssen.

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Lokomotiven im Lockdown – Modelleisenbahnen im Trend

Spielwaren haben Hochkonjunktur. Zuhause spielen ist oft das, was Kindern und Eltern bleibt in Zeiten vieler Einschränkungen. Und dabei ist auch ein Klassiker wieder im Kommen – die Modelleisenbahn. Wenn auch nicht unbedingt im Kinderzimmer.

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Von
  • Frank Strerath

Die Entwicklung bei den Modelleisenbahnen geht nach oben, bestätigt auch Ulrich Brobeil vom Deutschen Verband der Spielwarenindustrie: "Den Herstellern ist es gelungen, das Hobby stärker zu emotionalisieren, einen Imagewandel zu erreichen und neue Zielgruppen anzusprechen." Diesen Trend bekommen sie auch bei Eisenbahn-Dörfler in Nürnberg mit. Seit einhundert Jahren ein Fachgeschäft für Modelleisenbahnen.

Moderne Loks günstiger – und mit vielen Extras

Mit einer Einwegspritze "impft" Rudolf Böhlein im Fachgeschäft die schwarze Spielzeuglokomotive. Nach einem Zischen und eindrucksvollen, authentischen Fahrgeräuschen raucht es nun aus dem Schornstein. So wird die Modelleisenbahn zum Erlebnis für Groß und Klein. "Die neuen Eisenbahnen machen natürlich viel mehr Spaß als früher. Erstmal ist der Aufbau leichter, die Lokomotiven können viel mehr. Die Soundfunktionen, Rauchfunktionen, beleuchtete Feuerbuchse – das sind natürlich Sachen, die die Eisenbahn viel lebendiger und auch viel interessanter machen", freut sich der Fachhändler.

Erster Lockdown sorgte für Stillstand

Im März waren die Nürnberger Spezialisten auf dem Abstellgleis. Ohne Internetshop brach im Lockdown das Geschäft weg. Obwohl die Nachfrage bis dahin richtig gut war. "Wir setzen aber nach wie vor auf Beratung und ein großes Sortiment vor Ort", so Böhlein. Zum Glück könnten sie den Laden im Vorweihnachtsgeschäft im zweiten Teil-Lockdown weiter betreiben. "Die Stammkunden kommen, Touristen fallen leider ohne Christkindlesmarkt weg."

Ortswechsel nach Fürth-Burgfarrnbach. Dort verbringt Dieter Ludwig die Freizeit zuhause meist im ehemaligen Kinderzimmer. Schon lange sein Hobbyraum. Hier hängen an den Wänden Schaukästen mit diversen Loks und Wagons, in Kisten stapeln sich Baumaterialien für Gleise, Straßen und Landschaften.

Vielseitiges Hobby – viele Möglichkeiten

Er tüftelt gerade an einem neuen Szenario für seine N-Spur-Bahn. Nach dem Vorbild eines Stadtteils in Köln. Detailgetreu mit Busbahnhof, Postfiliale und Fitness-Studio. Und dazwischen natürlich die Bahnlinie. "Du kannst dich kreativ betätigen, du kannst Holz basteln, Elektro, es gibt eigentlich nichts, was du bei der Eisenbahn nicht machen kannst. Es ist eigentlich das perfekte Hobby", schwärmt Dieter Ludwig.

Große Modellbau-Schau verschoben – wegen der Hygieneverordnung

Zusammen mit dem Fürther Eisenbahnclub wollte der 63-Jährige in der Vorweihnachtszeit eine große Anlage in einem Schwabacher Einkaufszentrum präsentieren. Daraus wird nun nichts. Wegen der aktuellen Hygienevorschriften. Im Mai soll das nachgeholt werden. So bleibt ihm vorerst nur viel Zeit für weitere Baumaßnahmen im Hobbyzimmer.

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