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Lokführer - der Kindheitstraum vieler Buben. Offenbar aber bleibt es meist beim Traum. Es gibt nämlich zu wenige Lokführer. Deshalb werden auch Quereinsteiger gern genommen, etwa bei der Eisenbahngesellschaft Agilis.

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Lokführer händeringend gesucht

Lokführer – der Kindheitstraum vieler Buben. Offenbar aber bleibt es meist beim Traum. Es gibt nämlich zu wenige Lokführer. Deshalb werden auch Quereinsteiger gern genommen, etwa bei der Eisenbahngesellschaft Agilis. Ridvan Celik ist einer von ihnen.

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Von
  • Judith Zacher
  • Christine Kellermann

Morgens kurz vor neun in Donauwörth: Lokführerwechsel. Ridvan Celik übernimmt, gleich geht es los, von Donauwörth nach Ingolstadt. Es ist nicht seine erste Fahrt. Schon seit vier Uhr morgens ist Celik im Einsatz. Eine Schicht kann bis zu zehn Stunden dauern, manchmal auch am Wochenende.

Für jüngere Menschen sei das vielleicht nicht so toll, meint der 39 Jahre alte Vater von zwei Buben, aber ihm mache das nichts aus: "Was mir gefällt ist, dass man unter der Woche frei hat. Ich kann unter der Woche mit den Kindern zum Baden gehen".

Bauarbeiten, spielende Kinder - Lokführer müssen wachsam sein

Seit zehn Jahren ist Ridvan Celik jetzt Triebwagenführer, so heißt der Beruf des Lokführers offiziell. Er fährt quer durch Bayern, zum Beispiel von Ulm nach Donauwörth, von Ingolstadt nach Regensburg. Langweilig sei die Arbeit nie. Jeden Tag gebe es neue Herausforderungen. Bauarbeiten an der Strecke, spielende Kinder in der Nähe der Gleise – auf alles muss er gefasst sein und reagieren. Der gelernte Metallbauer hat vorher als Schweißer gearbeitet. Auf Dauer aber hatte er Angst um seine Gesundheit. Als er eine Zeitungsannonce las "Lokführer gesucht", hat er umgeschult.

Bunte Mischung an Quereinsteigern

Genau solche Leute braucht Ausbilder Matthias Mader: Motiviert, offen für Neues – mit einer abgeschlossenen Ausbildung – welche, ist nicht wichtig. "Wir haben LKW-Fahrer, Bürokaufleute, im Moment sogar Piloten. Unsere Jüngsten fangen an mit 21 Jahren, gleich nach der ersten Berufsausbildung, und unser erwachsenster Teilnehmer ist 59 Jahre alt."

Ausbildung zum Triebwagenführer in neun Monaten

Neun Monate dauert die Ausbildung. Man muss schnell reagieren können, darf keine rot-grün-Sehschwäche haben und man muss erstmal wieder die Schulbank drücken. In der Praxis geht es dann darum, die Fahrzeuge und die Technik kennenzulernen. Vor der ersten Alleinfahrt zitterten Ridvan Celik ein wenig die Hände, "aber dann hab ich mir gedacht, es ist wie in der praktischen Ausbildung und ich hab mich schnell gewöhnt".

Highlight: Sonnenaufgang im Führerstand

Bei strahlendem Sonnenschein gefällt Ridvan Celik seine Arbeit am besten: "Man sieht die Natur und ist nicht in der Halle eingesperrt. Das ist wirklich sehr sehr schön. Man sieht den Sonnenaufgang in der Früh – das ist unbeschreiblich. Dieser Blick hier vorne ist Wahnsinn."

Die nächste Agilis-Ausbildungsgruppe beginnt übrigens im Mai in Ingolstadt.

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