BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Lohr: Halbe Million Euro Fördergelder für Naturwaldflächen | BR24

© BR

Lohr am Main nimmt fünf Prozent des Stadtwaldes aus der wirtschaftlichen Nutzung. Stattdessen soll er naturbelassen bleiben. Dafür gibt es eine halbe Million Euro vom Bayerischen Naturschutzfonds.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Lohr: Halbe Million Euro Fördergelder für Naturwaldflächen

Die Stadt Lohr im Landkreis Main-Spessart will einen Teil ihres Waldes nicht mehr wirtschaftlich nutzen und ihn dauerhaft der Natur überlassen. Dafür bekommt sie eine halbe Million Euro Fördergelder von der Stiftung Bayerischer Naturschutzfonds.

Per Mail sharen

Eine halbe Million Euro Förderung bekommt die Stadt Lohr im Landkreis Main-Spessart von der Stiftung Bayerischer Naturschutzfonds, weil sie fünf Prozent ihres Stadtwalds dauerhaft aus der wirtschaftlichen Nutzung nimmt. Das ist die höchste Wald-Förderung der Stiftung im Freistaat. Die Stadt Lohr ist mit 4.000 Hektar die zweitgrößte kommunale Waldbesitzerin Bayerns. Rund 200 Hektar davon, die auf insgesamt 13 Flächen verteilt sind, hat die Stadt aus der wirtschaftlichen Nutzung herausgenommen, um sie der Natur zu überlassen.

Aus naturbelassenen Wald lernen

Für den Stadtförster Bernhard Rückert ist klar: "Wir wollen unseren Nachkommen zumindest ansatzweise in der Zukunft Naturwaldflächen oder in weit über 100 Jahren einen kleinen Urwald vor der Stadt wiedergeben." Bereits vor zwei Jahren hat der Lohrer Stadtrat einstimmig beschlossen, fünf Prozent des Stadtwaldes sich selbst zu überlassen, um aus diesem naturbelassenen Wald zu lernen. Nach einer komplizierten Berechnung verzichtet die Stadt damit auf zu erwirtschaftende Beträge von rund einer Million Euro. 50 Prozent dieses Nutzungsverzichts gleicht der Bayerische Naturschutzfonds aus mit der Förderung von 500.000 Euro. Der Nutzungsverzicht für diese von Förster Rückert als "Naturwaldinseln" benannten Flächen muss nun noch ins Grundbuch eingetragen werden. Erst dann wird die halbe Million Euro an die Stadt ausgezahlt. Mit dem Geld werden keine Haushaltslöcher gestopft, sondern zweckgebunden Naturschutz oder Waldpädagogik-Projekte finanziert. Der Stadtrat muss darüber entscheiden. Die Freude über die hohe Fördersumme ist groß. Rückert: "Wir schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe – die Wälder auf Dauer schützen, und dafür auch noch Geld bekommen".

Höchste Wald-Förderung der Stiftung im Freistaat

Für den Förderantrag der Stadt hatte die Regierung von Unterfranken eine naturschutzfachliche Stellungnahme geschrieben. Es sei ein großes und wichtiges Projekt für den Naturschutz in Bayern und das am höchsten geförderte überhaupt im Bereich Wald, bestätigt der Vorstand des Bayerischen Naturschutzfonds, Georg Schlapp. Die Stadt Lohr hat die Fläche von 200 Hektar schon vor gut 15 Jahren im Zuge der FSC-Zertifizierung als Referenzfläche ausgewiesen. Die Flächen sollen einen Vergleich ermöglichen, wie sich Wälder ohne Eingriffe des Menschen natürlich entwickeln. Das FSC-Logo signalisiert dem Verbraucher, dass beispielsweise Papier aus Holz hergestellt wird, das aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft stammt.

© Städtischer Förster Bernhard Rückert

Baumstamm mit Pilzen

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!