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Lohnlücke Frau-Mann in Dingolfing am größten | BR24

© BR/Julia Müller

Eine Frau steht hinter zwei Männern im Aufzug (Symbolbild)

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    Lohnlücke Frau-Mann in Dingolfing am größten

    Frauen verdienen fast überall in Deutschland weniger als Männer. Im Landkreis Dingolfing-Landau sogar um 40 Prozent. Das geht aus einer neuen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hervor.

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    Im bundesweiten Durchschnitt verdienen in Vollzeit beschäftigte Frauen rund 21 Prozent weniger Geld als Männer. Im Landkreis Dingolfing-Landau sind es sogar 40 Prozent. Damit klafft in dem niederbayerischen Landkreis die Lohnlücke zwischen Frau und Mann deutschlandweit am größten auseinander.

    Die nackten Zahlen belegen große Lohnunterschiede

    Laut einer neuen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung bildet der Landkreis Dingolfing-Landau zusammen mit dem Bodenseekreis und der Stadt Ingolstadt das Schlusslicht in Deutschland, wenn es um den Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern geht. Unterschiede bei Qualifikation, Berufswahl und Arbeitserfahrung seien bei dieser sogenannten unbereinigten Lohnlücke allerdings nicht berücksichtigt, heißt es.

    Lohnabschlag wegen Kindererziehung

    Eine mögliche Begründung für die großen Unterschiede bei der Bezahlung sei, dass Frauen häufiger als Männer ihre Erwerbstätigkeit familienbedingt unterbrechen: "Als Folge müssen Frauen einen Lohnabschlag in Kauf nehmen", so steht es in der Untersuchung. Dazu komme, dass Frauen oft einen Job mit geringem Einkommen haben, was auch mit flacheren Karriereverläufen verbunden sei. Viele dieser Faktoren seien je nach Region unterschiedlich stark ausgeprägt, betonen die Forscher: "Es hängt sehr stark von den konkreten Beschäftigungsmöglichkeiten vor Ort ab, ob und wie viel Frauen weniger verdienen als Männer". Auf Kreisebene betrachtet, unterscheidet sich die unbereinigte Lohnlücke daher erheblich.

    Frauen nur in Ost-Deutschland vorne

    Es gibt allerdings vier Landkreise in Deutschland, in denen Frauen mehr verdienen als Männer. Sie liegen alle in Ost-Deutschland. Demnach haben in Cottbus vollzeitbeschäftigte Frauen ein rund vier Prozent höheres Einkommen als vollzeitbeschäftigte Männer. Auch in Frankfurt an der Oder, Dessau-Roßlau und Schwerin liegen sie im Schnitt mit ihren Bezügen vor den Männern. Zweistellig ist der Lohnvorsprung von Frauen allerdings nirgendwo.

    Die Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, welches zur Bundesagentur für Arbeit gehört, wurde am Dienstag in Nürnberg veröffentlicht.