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Würzburger Kinderporno-Fall: Anklage gegen Logopäden erhoben | BR24

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Wegen des Vorwurfs von sexuellem Missbrauch an Kindern hat die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg jetzt Anklage gegen einen Logopäden aus Würzburg erhoben. Der 37-Jährige wird beschuldigt, sich in 66 Fällen an Kindern vergangen zu haben.

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Würzburger Kinderporno-Fall: Anklage gegen Logopäden erhoben

Wegen des Vorwurfs von sexuellem Missbrauch an Kindern hat die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg jetzt Anklage gegen einen Logopäden aus Würzburg erhoben. Der 37-Jährige wird beschuldigt, sich in 66 Fällen an Kindern vergangen zu haben.

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Das Gesetz sehe hierfür eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren vor, teilte die bayerische Zentralstelle Cybercrime mit, die bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg angesiedelt ist. Der Beschuldigte sei weitgehend geständig. Er sitzt bereits seit 21. März in Untersuchungshaft.

Aufgrund des Alters der Opfer wurde die Anklage zur Jugendschutzkammer des Landgerichts Würzburg erhoben, die über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheidet. Hier soll dann auch geprüft werden, ob eine Sicherungsverwahrung des Angeschuldigten in Betracht kommt.

Sieben Opfer des Logopäden identifiziert

Wie berichtet, soll der Logopäde zwischen 2012 und 2019 Kinder sexuell missbraucht haben, sieben Jungen im Alter von bis zu sechs Jahren wurden zuletzt zweifelsfrei als Opfer identifiziert. Bei den betroffenen Kindern lagen zum Teil hochgradige körperliche und/oder geistige Behinderungen oder Entwicklungsstörungen vor, heißt es von der Generalstaatsanwaltschaft. Der Mann nutzte den Ermittlern zufolge Behandlungssitzungen in seiner Praxis und in zwei Würzburger Kindergärten für die Taten.

"Wir können davon ausgehen, dass der Täter sich gezielt Opfer rausgesucht hat, bei denen zu erwarten war, dass sie sich nicht an Eltern oder Erzieher wenden", hatte Staatsanwalt Thomas Janovsky schon im September erklärt, als die Ermittlungen zu Ende gebracht worden waren. Außerdem habe der Mann stets gewartet, bis sein aktuelles Opfer die jeweilige Einrichtung verlassen hatte, ehe er sich am nächsten Buben verging - offenbar, um einen Austausch der Kinder untereinander zu verhindern.

Kinderporno-Aufnahmen über Internet verbreitet

Der Mann fotografierte und filmte den Ermittlern zufolge die Taten und stellte das Material in einschlägige Foren im sogenannten Darknet, einem schwer zugänglichen Bereich des Internets. In der Wohnung und den Praxisräumen des Angeschuldigten wurden über 22.000 kinderpornografische Bild- und Videodateien sichergestellt.

Durch die Verbreitung der pornographischen Aufnahmen im Internet hat der Würzburger Fall auch eine internationale Dimension. Die gefundenen Videodateien brachten Ermittler, etwa in den USA, auf die Spur von weiteren Tätern. In einem Fall in Europa sei ein Täter, der Aufnahmen von Buben in Windeln gemacht hatte, identifiziert worden, weitere geplante Taten hätten so verhindert werden können. Insgesamt seien bis September aufgrund des Würzburger Bildmaterials zehn Beschuldigte ermittelt worden.

Ehemann des Verdächtigen offenbar nicht tatbeteiligt

Zunächst hatten die Ermittler auch den Ehemann des Therapeuten verdächtigt, an den Taten beteiligt gewesen zu sein. Dieser wusste nach jetzigen Erkenntnissen jedoch offenbar nichts davon.