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Lösemittel und Nitrat belasten Nürnberger Grundwasser | BR24

© Bayerischer Rundfunk 2018

Traktor fährt Gülle aus

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    Lösemittel und Nitrat belasten Nürnberger Grundwasser

    Die Qualität des Nürnberger Grundwassers hat sich in den vergangenen sechs Jahren verbessert. Das geht aus dem aktuellen Grundwasserbericht hervor. Etwas getrübt wird das Bild durch Lösemittel und Nitrat. Das Trinkwasser ist davon nicht betroffen.

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    Wie Klaus Köppel, Leiter des städtischen Umweltamts betonte, gebe es noch immer Bereiche, in denen das Grundwasser durch Schadstoffe belastet sei. Vor allem Lösemittelstoffe, die früher in Industriebetrieben und Reinigungen zur Fettentfernung verwendet wurden, bereiten weiterhin Probleme.

    200 Tonnen LHKW aus Boden geholt

    An 66 Stellen im Stadtgebiet laufen derzeit Maßnahmen zur Grundwassersanierung. Die sogenannten "Leichtflüchtigen Halogenierten Kohlenwasserstoffe (LHKW)" sind als krebserregend eingestuft und müssen aufwändig aus dem Boden entfernt werden. In den vergangenen 30 Jahren fielen dabei in Nürnberg rund 200 Tonnen LHKW an. Bis der Untergrund wieder komplett sauber sei, könnten weitere Jahrzehnte vergehen, sagte Köppel.

    Hohe Nitrat-Belastung durch das Knoblauchsland

    Problematisch sei auch das Nitrat, das vor allem im Gemüseanbaugebiet Knoblauchsland ins Grundwasser gelangt. Hier gebe es zwar eine geringfügige Verbesserung. Dennoch ist in dem Bericht weiterhin von einer hohen Belastung des Grundwassers im zentralen Knoblauchsland die Rede.

    Grundwasser auch durch Streusalz belastet

    In den vergangenen sechs Jahren hat auch die Belastung des Grundwassers durch Chlorid zugenommen. Umweltamtschef Köppel führt dies auf den verstärkten Einsatz von Streusalz im Winter zurück. Die Hitzewellen und die trockenen Sommer der vergangenen Jahre hätte sich noch nicht auf die Höhe des Grundwasserspiegels ausgewirkt. "Da gibt es uneinheitliche Schwankungen von bis zu einem Meter", sagte Köppel.

    Nürnberger Trinkwasser ist nicht betroffen

    Das Nürnberger Trinkwasser ist von der Qualität des Grundwassers übrigens nicht betroffen. Es kommt zu fast 90 Prozent von außerhalb. Das Trinkwasser wird größtenteils in Ranna in der nordwestlichen Oberpfalz und in Genderkingen im schwäbischen Landkreis Donau-Ries gewonnen.