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Die Bundesregierung hat sich auf einen strengen Lockdown bis Mitte April geeinigt. Die Einschränkungen treffen auch Sportvereine. Auch der Post SV Nürnberg hatte sich von der Ministerpräsidentenrunde mehr erhofft.

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Lockerungen gestoppt: Lage für Sportvereine immer dramatischer

Seit Wochen ist gemeinsames Sporttreiben in einem Verein nur eingeschränkt möglich. Die erhofften Lockerungen wurden in Bayern wegen steigender Infektionszahlen wieder gestoppt. Für Vereine und deren Mitglieder wird die Situation immer schwieriger.

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Von
  • Daniel Peter

Rund 20 Meter lang und 10 Meter breit ist der Garten von Familie Wieczorek in Nürnberg. Glück für den fünfjährigen Noah, der hier mit Vater Rafael private Trainingsstunden beim Fußballspielen bekommt. Normalerweise wäre Noah beim Fußballtraining des Post SV in Nürnberg dabei, doch das ist angesichts der aktuellen Situation nicht möglich.

Training im privaten Garten

Rafael Wieczorek ist selbst Fußballtrainer, unter anderem beim Post SV, und kennt die Problematik. Es sei eben etwas anderes, in einer Gruppe gemeinsam zu spielen, da ginge es auch um soziale Kontakte, man brauche gleichaltrige Freunde, die jetzt vielen fehlten.

"Wir haben Lösungen"

Dass er und sein Sohn hier gerade eine gewisse Luxussituation haben, ist Rafael Wieczorek bewusst. Er kenne einige Mitglieder des Vereins, die zum Beispiel im 6. Stock an einer stark befahrenen Straße wohnen, da wäre an ein privates Training zuhause nicht zu denken.

Für Andreas Neugebauer, Vorstandsvorsitzender des Post SV, ist es unverständlich, dass auf dem weitläufigen Gelände des Vereins im Freien kein Gruppensport angeboten werden darf. Man würde noch mehr als 1,5 Meter Abstand einhalten und auch die Gruppen deutlich kleiner halten als gesetzlich erlaubt. Man sei nicht das Problem, man habe Lösungen, sagt Andreas Neugebauer, auch um die Hygienevorschriften einzuhalten.

Neumitglieder werden weniger

Neben den sportlichen Aspekten hat der Post SV zunehmend auch ein weiteres Problem: Die Zahl der Neumitglieder ist gesunken und diese sind enorm wichtig, um den Verein finanziell zu erhalten. Jeder Tag momentan sei eine Katastrophe, so Andreas Neugebauer. Man brauche eine Öffnung, in der es möglich sei, neue Mitglieder zu gewinnen. Wenn man drei- bis viertausend Mitglieder wie im vergangenen Jahr verliere, würde das der Post SV laut Neugebauer kein zweites Mal verkraften. Derzeit hat der Verein rund 18.500 Mitglieder und ist damit der größte Breitensportverein in Bayern.

Kontaktarmer Vereinssport draußen erlaubt

Nach derzeitigem Stand können sich bis zu zehn erwachsene Personen zu kontaktfreiem Sport auf den Außenanlagen von Vereinen treffen, aber nur, wenn die Inzidenz unter 50 liegt. Bei Inzidenzwerten zwischen 50 und 100 ist ebenfalls Sport im Freien auf Vereinsanlagen erlaubt, allerdings dann nur mit maximal fünf Personen aus zwei verschiedenen Haushalten.

Ab einer Inzidenz von über 100, wie derzeit in Nürnberg, ist kontaktfreier Sport mit Personen des eigenen Haushalts sowie einer weiteren Person im Freien auf den Außenanlagen eines Vereins erlaubt, heißt es vom Bayerischen Landes-Sportverband. Dieser weist darauf hin, dass man derzeit im ständigen Austausch mit dem Ministerium sei, um weitere offene Fragen zu klären. Angekündigt sei zudem ein "Rahmenhygienekonzept Sport", dass eventuell ab dem 12. April den Wiedereinstieg in den Vereinssport begleiten soll.

Geduld trainieren

Für viele Vereine und deren Mitglieder bleibt derzeit nichts anderes übrig, als sich in Geduld zu üben und zu hoffen, dass die Inzidenzwerte bald wieder Lockerungen erlauben. Der fünfjährige Noah wird wohl noch eine Weile mit seinem Vater Rafael Wieczorek im Garten üben, bis er seine Freunde im Fußballverein des Post SV wiedersehen kann. Immerhin ist er besser geworden, sagt Noah stolz. Er könne schon mit der Innen- und Außenseite seines Fußes spielen und außerdem schnell zurückziehen.

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