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Ausleger des Würzburger Gasthauses "Zum Stachel" in der Gressengasse

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    Lockerungen: Freude und Skepsis bei unterfränkischen Gastwirten

    Als Hoffnungsschimmer bezeichnet Michael Schwägerl vom Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband die aktuellen Öffnungsperspektiven für Gastronomen. Aber der unterfränkische Bezirksgeschäftsführer übt auch Kritik am Vorgehen der Staatsregierung.

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    Von
    • Markus Klingele
    • Norbert Steiche

    Mit gedämpfter Freude reagiert der unterfränkische Bezirksgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA Bayern e. V. auf die Pläne der Staatsregierung. Die Aussicht auf Lockerungen ab dem 21. Mai sei "ein rosa Hoffnungsstreif am Horizont", sagte Michael Schwägerl dem BR. Allerdings ruft der Kabinettsbeschluss auch Skepsis und Kritik hervor. Denn die Lockerungen ab dem Freitag des Pfingstwochenendes sind an eine stabile 7-Tages-Inzidenz von 100 geknüpft - und das findet Michael Schwägerl nicht richtig.

    Weiterhin viel Unsicherheit bei Gastronomen

    Nach Ansicht des DEHOGA-Bezirksgeschäftsführers sorgt die Regelung weiterhin für große Unsicherheit bei Hoteliers und Gastronomen. "Bei schwankenden Zahlen droht eine erneute Schließung", so Schwägerl. Einige unterfränkische Betriebe hätten wegen dieses Unsicherheitsfaktors bereits signalisiert, "dass sie sich genau überlegen werden, ob überhaupt geöffnet werden soll".

    Forderung: Entscheidung nach Konzepten statt Zahlen

    Mit Blick auf die Übernachtungsgäste befürchtet Michael Schwägerl, dass die Abhängigkeit von den Inzidenzzahlen das Buchungsverhalten der Gäste beeinflussen könnte. Denn sollte nach ein oder zwei Tagen die Inzidenz am Urlaubsort über 100 steigen, müssten die Gäste wieder abreisen. Das sei ein Nachteil gegenüber anderen Ländern wie zum Beispiel Österreich. Dort sind die Öffnungen inzidenzunabhängig. Besser wäre es nach Ansicht von Schwägerl, nach Hygienekonzepten zu entscheiden.

    Werden überhaupt Gäste kommen?

    Auch Wirtin Kirsten Müller vom Gasthof Lutz in Giebelstadt (Lkr. Würzburg) sieht die aktuellen Beschlüsse eher skeptisch. "Uns macht das keinen Mut", so Müller. "Wir glauben nicht, dass wir Leute da haben, wenn wir nächste Woche aufmachen." Die Stammkundschaft des Gasthofs sei im höheren Alter, diese Gäste "tun sich im Moment sowieso schwer, das Haus zu verlassen". Noch dazu sei es schwierig, jetzt auf die Schnelle alles Nötige für den Neustart herbeizuschaffen.

    Man sei "alles andere als begeistert, wie das grade läuft", so Kirsten Müller. Trotzdem wolle man öffnen, weil "jeden kleinen Finger nehme, um irgendwie aufmachen zu dürfen".

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