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Lockerung der Corona-Auflagen: Freude in Unterfranken | BR24

© picture-alliance/dpa

Einweghandschuhe, Desinfektionsmittel und Mundschutz (Symbolbild)

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    Lockerung der Corona-Auflagen: Freude in Unterfranken

    Die bayerische Staatsregierung hat weitere Lockerungen der Corona-Auflagen angekündigt. Von den Pflegeeinrichtungen, den Kindergärten, den Lehrerverbänden und der IHK in Unterfranken kommen überwiegend positive Reaktionen.

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    • Corona-Pandemie: Aktuelle Informationen zur Lage in Unterfranken finden Sie hier.

    Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat am Dienstag weitere Lockerungen der Corona-Auflagen im Bereich der Alten- und Pflegeeinrichtungen, der Kindergärten, der Schulen und der Gastronomie angekündigt. In Unterfranken stieß diese Entscheidung bei den Trägern von Pflegeeinrichtungen und Kindergärten, bei Lehrerverbänden sowie bei der IHK überwiegend auf Zustimmung.

    AWO und Caritas befürworten Schrittweise Öffnung der Kitas

    Die AWO Unterfranken und der Caritasverband der Diözese Würzburg freuen sich über die Ankündigung des Ministerpräsidenten Markus Söder, dass die Hälfte der Kinder bis Pfingsten die Möglichkeit bekommt, wieder in die Kita zu gehen. Cornelia Staab leitet den Bereich Kinder, Jugend und Familie der AWO Unterfranken.

    Sie sagt auf Anfrage des BR: "Wir halten das für unabdingbar, es ist einfach notwendig, das nach und nach zu lockern." Doch gleichzeitig äußert Staab Sorgen vor den Maßnahmen, um Mitarbeiter, Kinder und deren Familien zu schützen: "Es ist eine große Herausforderung, das so umzusetzen, dass wir den Schutz maximal hochfahren und das bei voller Betreuung." Auch Clemens Bieber, Vorsitzender des Caritasverbandes der Diözese Würzburg, begrüßt die Lockerungen. "Das bedeutet auch mehr und mehr Unterstützung und Entlastung für die Eltern", sagt er gegenüber dem BR. Aber es brauche ein kluges Abwägen, welche Familien die Unterstützung wirklich dringend nötig hätten. Außerdem seien noch einige klare Regelungen von staatlicher Seite nötig, die etwa die Elternbeiträge beträfen.

    Caritas heißt Öffnung der Seniorenheime für Besucher gut

    Der Caritasverband der Diözese Würzburg begrüßt ebenfalls die Lockerung der Corona-Maßnahmen in Seniorenheimen. Ab dem kommenden Wochenende (09.05.20/10.05.20) sollen Besuche in Seniorenheimen wieder möglich sein. "Die Menschen brauchen die Kontakte", sagt Clemens Bieber und fährt fort: "Das Miteinander muss wieder gepflegt werden. Eine Freundschaft, eine Beziehung kann nicht auf Dauer durch Distanz leben, die braucht auch die direkte Begegnung." Aber es brauche auch Behutsamkeit bei den Besuchern, sodass etwa nicht alle Angehörigen auf einmal kommen. Bieber fordert außerdem regelmäßige Reihentests zum Schutz der Bewohner und der Pflegekräfte. Trotzdem hält Bieber es für den richtigen Weg, Besuche wieder zu ermöglichen: "Man muss irgendwann den Punkt setzen und anfangen."

    Lehrerverbände reagieren unterschiedlich auf stufenweise Öffnung der Schulen

    In Unterfranken gibt es unterschiedliche Reaktionen auf den Stufenplan zur Öffnung der Schulen. Während der Unterfränkische Lehrer- und Lehrerinnenverband (ULLV) den Fahrplan begrüßt, hält der Bezirksverband Unterfranken der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) die Maßnahmen für zu schnell. Der Vorsitzende des ULLV Gerhard Bleß sagt auf Anfrage des BR, dass der Fahrplan eine bedachte Vorgehensweise zeige, die die Schulen nicht überfordern werde.

    "Das scheint mir genau der richtige Weg zu sein", sagt er. Bleß befürwortet auch die von Kultusminister Michael Piazolo angekündigte Reduzierung des Schulstoffs. "Die gleiche Stofffülle ist in der derzeitigen Situation nicht umsetzbar. Wir müssen hier klare Schwerpunkte setzen", sagt Bleß. Jörg Nellen, der Geschäftsführer des Bezirksverbands Unterfranken der GEW, findet hingegen, dass die geplante Öffnung der Schulen zu hastig sei. Vor allem kleine Schulen seien überfordert, wenn jede Woche neue Schüler dazu kämen. Die GEW fordere daher, die Kleinsten erst nach den Pfingstferien zurück in die Schulen zu holen. Außerdem fehle Nellen ein Ausweichplan, falls die Fallzahlen wieder ansteigen.

    IHK Würzburg-Schweinfurt begrüßt Lockerungen der Corona-Maßnahmen

    Die IHK Würzburg-Schweinfurt begrüßt die vorgestellten Lockerungen für die Wirtschaft. "Es war höchste Zeit, dass endlich auch für Gastronomen und Hoteliers Klarheit und eine Perspektive geschaffen wurde", sagt Hauptgeschäftsführer Ralf Jahn. Viel zu lang hätten die rund 5.000 mainfränkischen Hotel- und Gastronomieunternehmen nicht gewusst, wann wieder Gäste kommen dürfen. Nun hätten sie Planungssicherheit. Der stufenweise Start ab dem 18. Mai sei ein wichtiger Schritt in Richtung Normalität, wenn auch unter Einschränkungen. Trotzdem sei es für die Hotellerie bitter, weitere drei Wochen durchhalten zu müssen. Außerdem fordert die IHK ähnliche Stufenpläne für die Branchen Event- und Catering, Messe- und Veranstaltungen sowie Freizeit- und Touristikwirtschaft. "Hier fehlt derzeit noch eine Perspektive", sagt Jahn.