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Wegen Lockdown: Unternehmer protestieren in Augsburg | BR24

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Auf dem Augsburger Rathausplatz haben mehr als 20 Mittelständler mit Plakaten gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Organisiert hat den Protest der Unternehmerkreis "Zukunft in Not".

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Wegen Lockdown: Unternehmer protestieren in Augsburg

Auf dem Augsburger Rathausplatz haben mehr als 20 Mittelständler mit Plakaten gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Organisiert hat den Protest der Unternehmerkreis "Zukunft in Not". Ihm gehören eigenen Angaben zufolge mehr als 300 Unternehmen an.

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Von
  • Andreas Herz
  • Susanne Hofmann

Weil sie aufgrund der Corona-Maßnahmen zunehmend in wirtschaftliche Bedrängnis geraten, haben Unternehmer am Donnerstag auf dem Augsburger Rathausplatz protestiert. Mehr als 20 Mittelständler kamen zusammen. Mit Plakaten auf denen etwa zu lesen war "Wer zahlt die Zeche?", drückten sie ihre Sorge um die Zukunft ihrer Betriebe aus.

Dramatischer Niedergang vieler Betriebe

Organisiert hat den Protest der Unternehmerkreis "Zukunft in Not". Ihm gehören nach eigenen Angaben mehr als 300 Unternehmen mit insgesamt rund 6.000 Mitarbeitern in und um Augsburg an. Die Vereinigung beklagt einen dramatischen Niedergang vieler Betriebe durch die Corona-Maßnahmen.

Viele Unternehmen hätten ihre betrieblichen und teils auch privaten Rücklagen aufgebraucht und stünden vor dem Ruin. Nach vielen Monaten im Corona-bedingten Ausnahmezustand fordern sie eine Perspektive für die Unternehmen in Augsburg und Umgebung.

Betriebe vermissen Planung

Firmen aus allen Branchen, vom Einmannbetrieb bis zum Unternehmen mit 500 Mitarbeitern, sähen gewaltige Probleme auf sich und die Wirtschaft zukommen. "Viele Betriebe sind praktisch tot", sagt Stieglitz: "Bei uns rufen Unternehmer an, die heulen am Telefon."

Dies habe Folgen auch für den Ausbildungsmarkt: "Glauben Sie wirklich, dass ein Handwerksbetrieb, der über Monate gezwungen ist, sein Geschäft zu schließen, auch nur im geringsten daran denkt, einen Lehrvertrag über die nächsten dreieinhalb Jahre einzugehen?", fragte etwa der Metallbaumeister und Kreishandwerksmeister Robert Höck. Als Unternehmer sei man verpflichtet, Statistiken zu führen, um dem Staat eine Planung zu ermöglichen. "All das vermissen wir in der aktuellen Situation", so Stefan Ehle, einer der Sprecher der Vereinigung.

OB Weber: Stehe in Kontakt mit Interessensvertretern

Konkrete Vorschläge, wie man die Situation zum Besseren verändern könnte, machte die Vereinigung nicht. Dazu fehlten ihnen die nötigen Informationen der örtlichen Behörden, so Ehle. Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) erklärte gegenüber dem BR, dass sie von der Initiative einen Tag vor Heiligabend ein Schreiben erhalten habe. Darin sei ein Treffen mit ihr gefordert worden, auf das sie aber nicht eingegangen sei, da ein namentlicher Absender fehlte, so Weber. Zudem stehe sie im ständigen Kontakt mit der Handwerkskammer und der Industrie- und Handelskammer, die ja die Interessenvertreter der Betriebe seien.

Unternehmer wollen mit Politik Alternativen erarbeiten

Mit den aktuellen politischen Maßnahmen, so schreiben die Unternehmer auf ihrer Homepage, sei man in einer Sackgasse angelangt: "Darum möchten wir zusammen mit der Politik Alternativen erarbeiten. Wir wollen Debattenräume öffnen, um mit Stadt-, Landes- und Bundesregierung und den Medien in einen respektvollen Austausch zu treten." Laut eigenen Angaben haben die gut 300 Unternehmer im Jahr 2019 zusammen rund eine Milliarde Euro Umsatz generiert.

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