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© Mittags in Schwaben
Bildrechte: pa/dpa/Frank Bründel

400 Feuerwehrleute im Ostallgäu können nicht in den Einsatz, weil sie wegen Corona ihre Abschlussprüfungen nicht ablegen können. Vor Ort hofft man, dass die Prüfungen nachgeholt werden können, sobald die Schulen wieder öffnen.

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Lockdown sorgt für Ausbildungsstau bei der Allgäuer Feuerwehr

Fast 400 Auszubildende bei den Feuerwehren im Ostallgäu brennen auf ihren ersten Einsatz – doch sie dürfen nicht: Durch die Lockdowns konnten sie ihre Abschlussprüfung nicht ablegen, damit sind reale Einsätze verwehrt. Ein ganzer Jahrgang fehlt nun.

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Von
  • Christoph Scheule

Die Corona-Epedemie hat die Ausbildung bei den Feuerwehren im Allgäu erheblich erschwert. Durch die beiden Lockdowns konnten so etwa im Ostallgäu fast 400 Feuerwehr-Anwärterinnen und Anwärter die Abschlussprüfung nicht ablegen und dürfen deshalb immer noch nicht an realen Einsätzen teilnehmen.

Motivation halten über Social Media

"Uns fehlt somit ein ganzer Jahrgang und das stellt uns schon vor große Herausforderungen", sagt Kreisbrandrat Markus Barnsteiner. Eine Sonderbehandlung für die Feuerwehr fordert er trotzdem nicht, er hofft, wenn die Schulen wieder geöffnet werden, dass dann auch die Ausbildung wieder starten kann. Die Motivation des Nachwuchses sieht so auch Benjamin Biehele als eine seiner Hauptaufgaben. Er ist Kommandant der Feuerwehr Obergermaringen. "Wir versuchen vor allem über Social Media Kanäle und Telefon Kontakt zu halten, sie zu motivieren, damit sie auf jeden Fall bei der Stange bleiben".

Die Übung fehlt

Für Stefan Epp ist mangelnde Motivation keine Frage. Er wartet auf die Abschlussprüfung als Maschinist bei der Feuerwehr Jengen. Aber ohne ständige Übung wäre er ein Unsicherheitsfaktor. "Die Abläufe müssen im Schlaf gehen und die anderen müssen sich blind auf mich verlassen können. Das geht nicht, wenn man sich fast ein Jahr nicht gesehen und nicht geübt hat."

Kameradschaft per Videokonferenz

Die Kameradschaft unter Feuerwehrleuten ist bekannt und Grundpfeiler der erfolgreichen Arbeit. Die wöchentlichen Treffen und Übungen fehlen auch "den Alten", so Barnsteiner. Videokonferenzen können das nicht annähernd ersetzen, sind aber auch zu einem wichtigen Schulungsteil geworden. Auf Videos gibt es zusätzlich Gerätekunde.

Derzeitige Situation kann noch drei Jahre andauern

Vor Ostern glaubt Barnsteiner nicht, dass die Ausbildung mit den Prüfungen weitergehen kann. An verkürzten Kompaktprüfungen wird intern gearbeitet, aber dennoch werde es unter coronafreien Umständen zwei bis drei Jahre dauern, bis der momentane Ausbildungsstau aufgelöst ist.

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