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Lockdown in Tschechien: Söder will Testpflicht für Berufspendler | BR24

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Seit heute gilt in Tschechien erneut ein Lockdown. Die Regierung hofft so die steigende Zahl an Coronainfektionen abbremsen zu können. Das Land verzeichnet einen der höchsten Infektionswerte je 100.000 Einwohnern in Europa.

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Lockdown in Tschechien: Söder will Testpflicht für Berufspendler

Grenzpendler aus Tschechien müssen sich auf eine Testpflicht in allen bayerischen Grenzregionen einstellen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat das in seiner Regierungserklärung angekündigt. Im Landkreis Cham gilt sie bereits.

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Angesichts steigender Infektionszahlen hat die Regierung in Tschechien erneut einen weitgehenden Lockdown verhängt. Das Gesundheitssystem sei an den Grenzen seiner Kapazität, sagte der tschechische Gesundheitsminister Roman Prymula. Für die tschechischen Pendler, die in die Oberpfalz oder nach Niederbayern einreisen, will Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Testpflicht einführen. Die betroffenen Landkreise warten allerdings noch auf eine Weisung aus München, hieß es.

Söder will Testpflicht in allen Grenzregionen

Wie im Landkreis Cham will Söder eine Testpflicht für alle Berufspendler aus ausländischen Corona-Hotspots. Wer sich binnen 14 Tagen vor der Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten hat und nach Deutschland zum Arbeiten pendelt, soll demnach künftig einmal pro Woche einen negativen Corona-Test vorweisen müssen. Das sagte er in seiner Regierungserklärung am Mittwoch. Das dürfte insbesondere Berufspendler aus Österreich und Tschechien treffen. "Unser Ziel ist, dass die Grenzen offen bleiben", betonte Söder. Dafür müsse man aber für mehr Sicherheit sorgen.

Testpflicht in Cham wird offenbar gut angenommen

Der Chamer Landrat Franz Löffler (CSU) sagte: "Wir haben beispielhaft für andere Grenzregionen die Testpflicht für Grenzpendler aus der Tschechischen Republik eingeführt, die - so Ministerpräsident Markus Söder in seiner Regierungserklärung - nun allgemein eingeführt wird. Die Testpflicht wird sehr gut angenommen." Gleichzeitig aber appelliert Löffler dringend an alle Bürger, jede Fahrt und jede Reise ins Nachbarland tunlichst zu unterlassen. Das gelte auch für nur kurzfristige Fahrten zum Tanken, zum Einkaufen oder zum Dienstleister.

Andere Grenzgebiete setzen bisher auf freiwillige Tests

Auch im Landkreis Tirschenreuth wird bereits getestet, allerdings auf freiwilliger Basis, hieß es. Das Testzentrum in Waldsassen und die mobile Teststation würden von den tschechischen Pendlern gut angenommen. Eine Verpflichtung gebe es aber hier noch nicht, man warte auf Anordnungen seitens der Staatsregierung.

Landkreis Regen hat mobile Teststation gerade erst abgebaut

In Bayerisch Eisenstein im Landkreis Regen gab es über eine Woche - bis Dienstag - eine mobile Teststation am ehemaligen Badparkplatz. Pendler und Einheimische konnten sich dort ebenfalls freiwillig und kostenlos testen lassen. Am Mittwoch wurde die Teststation allerdings wieder abgebaut, da sie von der Regierung von Niederbayern zur Verfügung gestellt worden war und nun offenbar andernorts ihren Einsatz hat.

Landrätin Rita Röhrl (SPD) hofft, dass man "demnächst die mobile Teststation durch eine Dauereinrichtung in Bayerisch Eisenstein ersetzen kann." Man wolle an der Pendlertestung festhalten. "Angesichts einer Sieben-Tages-Inzidenz vom mehr als 560 Infizierten auf 100.000 Einwohner im Gebiet Klatovy, müssen wir auf die Testung bestehen", betont die Landrätin. Dabei ist es ihr wichtig, dass die Tests kostenlos angeboten werden, denn man wolle weder die Betriebe noch die Arbeitnehmer zusätzlich belasten.

Durch konsequentes Testen weitere Ausbreitung stoppen

Insgesamt haben sich an der mobilen Teststation in Bayerisch Eisenstein etwa 1.400 Menschen testen lassen. Bei 48 davon wurde eine Infizierung mit Covid-19 festgestellt. Das entspricht 3,3 Prozent der Getesteten insgesamt. Durch weiterhin konsequentes Testen könne man eine weitere Ausbreitung frühzeitig stoppen, ist Landrätin Röhrl überzeugt. Im Laufe der nächsten Woche soll es eine Lösung geben, sagte ein Sprecher des Landkreises am Mittwoch.

In Niederbayern und der Oberpfalz gibt es laut IHK rund 18.000 Tschechen, die über die Grenze an ihren deutschen Arbeitsplatz fahren.

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Für die tschechischen Pendler, die in die Oberpfalz oder nach Niederbayern einreisen, will Ministerpräsident Markus Söder eine Testpflicht einführen. Die betroffenen Landkreise warten allerdings noch auf eine Weisung aus München, hieß es.

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