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Bayern im Lockdown! Wie geht es weiter? Die Münchner Runde diskutiert.

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Lockdown: Einzelhändler in Bayern fordern mehr Finanzhilfen

Einzelhändler in Bayern fordern mehr finanzielle Unterstützung. Wegen des Lockdown stehen manche vor dem Aus. In der Münchner Runde versprach Staatskanzleichef Florian Herrmann sich die Probleme der Händler noch mal genau anzusehen.

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Von
  • Franziska Timmer

Der Augsburger Einzelhändler Marcus Vorwohlt leitet 13 Modegeschäfte in Bayern, die alle seit gestern geschlossen sind. Das einzige Geschäft, auf das er jetzt verstärkt setzen muss, ist der Verkauf seiner Waren über seinen Onlineshop.

Investitionen ins Onlinegeschäft

In den vergangenen Monaten habe er noch mehr an der Digitalisierung seines Unternehmens gearbeitet, in Laptops und digitale Plattformen investiert. "Wenn wir überhaupt eine Chance haben, diesen zweiten Lockdown zu schaffen, dann nur, weil wir diese Vorbereitungen getroffen haben", sagte Vorwohlt am Mittwochabend in der Münchner Runde im BR Fernsehen.

"Fürchterliche Situation" im Handel

Trotzdem stellt sich die Frage, wie der innerstädtische Handel die Folgen des Lockdowns auf lange Sicht durchhalten kann. "Die Situation, die wir momentan im Einzelhandel haben, ist fürchterlich", so Vorwohlt, der auch Vorstandsmitglied der IHK Regionalversammlung Augsburg ist.

Das sei kein Lockdown, sondern ein Showdown für den stationären Handel. Aus dem ersten Lockdown sei der Handel noch rausgekommen, weil der Staat entweder geholfen habe oder Rücklagen da waren. Doch auch in den Sommermonaten, als sich die Lage etwas entspannt hat, sei der Umsatz nie höher als 80 Prozent gewesen. Der Teil-Lockdown habe dann für Umsatzeinbußen von bis zu 40 Prozent gesorgt.

Hohe Hürde für Finanzhilfen

Im Dezember rechne er mit einem Minus von 20 Prozent, und das nur, weil er online weiterverkaufen könne. Doch mit dieser Umsatzhöhe würde er nach dem momentanen Stand nicht in die geplante staatliche Finanzierungshilfe der Regierung fallen. Diese greife erst bei mindestens 30 Prozent Umsatzeinbußen. Bund und Länder hatten in Aussicht gestellt, den Einzelhandel mit Milliardenhilfen zu unterstützen. Im Vorfeld der Münchner Runde gab der Einzelhändler zu bedenken, dass viele im Handel knapp unter dieser 30-Prozent-Grenze lägen und somit durchs Raster fielen.

Staatsregierung will Lage prüfen

Florian Herrmann, Corona-Koordinator und Chef der bayerischen Staatskanzlei, betonte in der Münchner Runde, dass Bund und Länder enorme Milliardenbeträge in die Hand nähmen, um mittelständische Unternehmen zu stützen. Natürlich müssten sie auch so sein, dass sie wirken und nicht bestrafen. Er räumte ein, dass man sich die Einzelheiten noch einmal im Detail ansehen müsse.

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