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LMU wehrt sich gegen Vorwurf der Tierquälerei | BR24

© BR / Thomas Schustereder

Die Leitung des Lehr- und Versuchsgutes der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) weist die erhobenen Vorwürfe der Tierquälerei zurück. Studierende hatten zuvor über Missstände in der Schweinehaltung berichtet. Die SPD fordert Aufklärung.

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LMU wehrt sich gegen Vorwurf der Tierquälerei

Die Leitung des Lehr- und Versuchsgutes der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) weist die erhobenen Vorwürfe der Tierquälerei zurück. Studierende hatten zuvor über Missstände in der Schweinehaltung berichtet. Die SPD fordert Aufklärung.

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Die Leitung des Lehr- und Versuchsgutes der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in Oberschleißheim wehrt sich gegen den Vorwurf der Tierquälerei. Entsprechende Berichte der Süddeutschen Zeitung (SZ) entbehrten laut Prof. Dr. Armin Scholz, dem Betriebsleiter des Gutes, jeder Grundlage.

"Blutige Schweineschwänze und entzündete Gelenke"

In dem Artikel war in der Schweinehaltung von blutigen und abgebissenen Schwänzen, entzündeten Gelenken und Atemwegserkrankungen berichtet worden. Die von Tiermedizin-Studierenden erhobenen Vorwürfe seien, so Scholz, frei erfunden. Im LMU-Gut Oberschleißheim gäbe es keine Verstöße gegen den Tierschutz. Laut Scholz behält sich die LMU rechtliche Schritte wegen Verleumdung vor.

Die im SZ-Artikel beklagte Haltung von Muttersauen in sogenannten Kastenständen verstößt nicht gegen geltendes Recht, wird von Tierschützern aber als nicht artgerecht abgelehnt. In vielen Ländern Europas ist diese Haltungsform inzwischen nicht mehr erlaubt. Das für die LMU zuständige Ministerium für Wissenschaft und Kunst hat für den Donnerstag eine Stellungnahme angekündigt.

SPD fordert Aufklärung

Die mutmaßlichen Verstöße gegen das Tierwohl an der LMU beschäftigen auch den bayerischen Landtag. In einer Anfrage bezeichnen SPD-Abgeordnete die Rolle der zuständigen Ministerien als "fragwürdig". Die Sozialdemokraten wollen daher von der Staatsregierung wissen, ob und wenn ja, seit wann, den zuständigen Behörden und Ministerien die Zustände in der Schweinehaltung im Lehr- und Versuchsgut der Universität bekannt gewesen seien. Außerdem fragt die Landtags-SPD, welche Tierschutzkontrollen dort in den vergangenen zehn Jahren stattgefunden hätten.

Münchner ÖDP-Stadträte wollen Konsequenzen

Auch die Münchner Stadtverwaltung muss sich kritische Fragen gefallen lassen. Die drei Stadträte der ÖDP fordern von Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) Konsequenzen. "Die Landeshauptstadt München schmückt sich stets mit ihren Elite-Universitäten und feiert sich als Wissenschafts-Standort", heißt in der Anfrage, "daher darf sie diese tierunwürdigen Zustände nicht hinnehmen."

Darüber hinaus wollen die ÖDP-Stadträte wissen, welche Einflussmöglichkeiten die Stadt habe, "um gegen die Tierquälerei in der Veterinärmedizinabteilung der LMU vorzugehen". Die ÖDP-Stadträte berufen sich auf den entsprechenden Zeitungsbericht.