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Bayern verstärkt Gesundheitsämter - Einschränkungen für Hotels | BR24

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Nach der gemeinsamen Kabinettssitzung mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verkündet Markus Söder neue Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus.

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Bayern verstärkt Gesundheitsämter - Einschränkungen für Hotels

Wegen der Corona-Krise verstärkt Bayern die Gesundheitsämter mit 400 weiteren Mitarbeitern. Dadurch solle das medizinische Personal entlastet werden, sagte Ministerpräsident Söder. Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens werden weiter verschärft.

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Die bayerische Staatsregierung hat im Kampf gegen die Corona-Pandemie weitere Schritte beschlossen. Laut Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sollen 400 Mitarbeiter die überlasteten Gesundheitsämter verstärken, um das medizinische Personal zu entlasten. Die Mitarbeiter werden aus Behörden abgezogen werden, die im Moment wegen der Corona-Krise weniger zu tun haben. Sie sollen beispielsweise an Telefon-Hotlines oder bei organisatorischen Aufgaben helfen.

Nach einer Kabinettssitzung, an der auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) teilnahm, kündigte Söder zudem an, dass alle Operationen und Behandlungen verschoben werden sollen, die gegenwärtig medizinisch nicht unbedingt notwendig seien. Dadurch sollen in den Krankenhäusern, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen Kapazitäten geschaffen werden, um möglichst viele Betten für die Versorgung von Corona-Patienten freizuhalten.

Hotelbetrieb wird eingeschränkt

Nach einer entsprechenden Einigung von Bundesregierung und Ländern schränkt nur auch Bayern den Hotelbetrieb ein. Übernachtungen zu touristischen Zwecken seien nicht mehr möglich, betonte Söder. Auch Reisebusreisen würden verboten. Der Ministerpräsident appellierte an die Bevölkerung, die Ostertage am besten zu Hause zu verbringen.

Die Einschränkungen für die Gastronomie werden laut Söder weiter präzisiert: Das Verbot einer Öffnung von Speiselokalen nach 15 Uhr gelte "ganz Klar, auch für den Bereich Biergärten und Terrassen, auch für Eisdielen".

Söder: Polizei wird Corona-Partys unterbinden

Für Dienstleister wie Frisöre kündigte der Ministerpräsident einen verpflichtenden Mindestabstand von eineinhalb Metern zwischen den Kunden an. Zudem dürften sich nie mehr als zehn Personen gleichzeitig im Wartebereich aufhalten. In öffentlichen Parks und Grünanlagen werden laut Staatskanzlei Schilder aufgestellt, die die Besucher auf die Notwendigkeit eines Mindestabstands von 1,5 Metern hinweisen. Mit Blick auf Berichte über "Corona-Partys" sagte Söder: "Das geht nicht, die Polizei wird so etwas entsprechend unterbinden."

Zugleich appellierte der Ministerpräsident an die Menschen im Land, auf Hamsterkäufe und Sonderbargeldabhebungen zu verzichten. Das reguläre Leben gehe weiter.

Katastrophenstab in der Staatskanzlei

Nach der Feststellung des Katastrophenfalls am Montag wird in der Staatskanzlei nun ein Katastrophenstab geschaffen, wie Söder weiter erläuterte. Er wird von Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) geleitet.

Die Zahl der Corona-Infektionen in Bayern ist laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit von 1.067 am Montagmittag auf 1.352 gestiegen.

Schnelle Hilfe für kleine Unternehmen

Die angekündigte "Soforthilfe Corona" für kleine Betriebe in Höhe von 5.000 bis 30.000 Euro soll nach Angaben des Ministerpräsidenten schon ab dieser Woche unbürokratisch gewährt werden. Von Mittwoch an werde das Antragsformular im Internet abrufbar sein, "bereits ab Freitag gibt es die Möglichkeit von Zahlungen".

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Wirtschaftsminister Aiwanger über Hilfe für Unternehmen

Spahn: Zeit gewinnen

Laut Bundesgesundheitsminister Spahn hat die steigende Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland viel mit Rückkehrern aus dem Skiurlaub zu tun. Er appellierte daher an alle, die sich in Skigebieten aufgehalten haben, möglichst zu Hause zu bleiben.

Gegenwärtig geht es dem Minister zufolge darum, Zeit zu gewinnen, "um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen". Es gehe auch darum, die Krankenhaus-Kapazitäten auszubauen "und uns vorzubereiten auch in den Kliniken auf die steigende Zahl von Patienten, die zu erwarten ist".

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Gesundheitsminister Spahn nutzt die Pressekonferenz nach dem Besuch der Kabinettsssitzung in München für einen Appell zu mehr Mitmenschlichkeit.

Söder ruft in Videobotschaft zu Zusammenhalt auf

Am Vormittag hatte Söder bereits in einer Videobotschaft die Bevölkerung aufgerufen, im Kampf gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie "zusammenzustehen". Jeder habe eine Verantwortung, auf diese Herausforderung zu reagieren, jeder könne einen Beitrag leisten und solidarisch sein.

"Es ist eine schwierige Zeit, lassen Sie uns alle gemeinsam daran arbeiten, dass wir durch diese schwierige Zeit gut durchkommen werden." Der Freistaat Bayern sei vorbereitet und passe seine Maßnahmen jeden Tag an die aktuellen Herausforderungen an. "Wir lassen niemanden, wirklich niemanden allein", versprach der Ministerpräsident.

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