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Huml zu Corona: Kein Anlass für übertriebene Verunsicherung | BR24

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Nach einer Kabinettssitzung zum Coronavirus hat Gesundheitsministerin Melanie Huml die Öffentlichkeit über aktuelle Maßnahmen informiert. Vor allem haben die Behörden im Moment die Urlauber im Blick, die aus Italien zurückkommen.

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Huml zu Corona: Kein Anlass für übertriebene Verunsicherung

Nach einer Kabinettssitzung zum Coronavirus hat Gesundheitsministerin Melanie Huml die Öffentlichkeit über aktuelle Maßnahmen informiert. Vor allem haben die Behörden im Moment die Urlauber im Blick, die aus Italien zurückkommen.

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In der Staatskanzlei haben sich Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und mehrere Minister in einem eigens wegen des Coronavirus einberufenen Kabinettsausschuss über die Lage in Bayern ausgetauscht. In einer Pressekonferenz haben Gesundheitsministerin Melanie Huml, Innenminister Joachim Herrmann und Andreas Zapf vom LGL die Öffentlichkeit informiert.

Gesundheitsministerin Huml betonte, dass das Robert-Koch-Institut das Ansteckungsrisiko derzeit als "gering bis mäßig" einstuft. Deshalb gebe es im Moment keinen Anlass für übertriebene Verunsicherung. Allerdings gelte es nach wie vor, die Nies- und Hustenetikette zu beachten und sich regelmäßig die Hände zu waschen.

Krisenstab eingerichtet - aber von Katastrophenfall ist Bayern weit entfernt

Der Freistaat habe heute einen Krisenstab zum Thema "Corona" eingerichtet, so Huml.Von einem Katastrophenfall sei man aber weit entfernt, so Innenminister Joachim Herrmann. Flüchtlinge und Asylbewerber würden routinemäßig bei ihrer Ankunft auf Corona untersucht und würden im Fall einer Infektion sofort isoliert wie andere Patienten auch, so Herrmann. Bisher gebe es aber keinen Fall in dieser Personengruppe.

Empfehlungen für Italienrückkehrer aus Risikogebieten

Am Ende der Faschingsferien kommen viele Bayern aus dem Urlaub aus Italien zurück. Laut Gesundheitsministerin Huml sollen sie sich auf der Seite des Robert-Koch-Institutes informieren, ob sie in einem der Risikogebiete gewesen sind - das seien die Lobardei und Teile Venetiens. Falls ja, sollten sie zwei Wochen lang auf Symptome wie Schnupfen, Husten, Fieber oder Abgeschlagenheit achten und dann zuhause bleiben.

Im Zweifel sollten die Patienten keinesfalls direkt in eine Arztpraxis gehen, damit sie nicht andere im Wartezimmer anstecken, sondern vorher dort anrufen.

Was, wenn ich Kontakt mit Coronapatient hatte?

Wer annimmt oder weiß, dass er mit einem Coronapatienten Kontakt hatte, sollte mit dem nächsten Gesundheitsamt Kontakt aufnehmen und dort weitere Verhaltensregeln erfragen. Die Gesundheitsministerin wies darauf hin, dass Erkältungssymptome sich auch als normale Erkältungen und Grippen herausstellen können.

Damit Italienrückkehrer diese Informationen auch bekommen, liegen in Zügen, in Flugzeugen und an Autobahnraststätten Informationsbroschüren aus.

Ansteckungskette verlangsamen

Das Wichtigste sei im Moment, die Infektionskette zu verlangsamen. Laut Andreas Zapf, dem Leiter des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, ist das deshalb wichtig, weil demnächst der Höhepunkt der normalen Grippewelle überschritten wird und die bayerischen Krankenhäuser dann wieder mehr Bettenkapazitäten haben werden. Außerdem äußerte er die Hoffnung, dass auch die Ausbreitung des Coronavirus' mit dem Ende der kalten Jahreszeit abebben wird. Das könne man aber derzeit nur vermuten, weil man das Virus erst seit kurzem kennt.

Der Fall Webasto habe gezeigt, dass es gut gelingen kann, mit den nötigen Maßnahmen Ausbruchsherde einzudämmen, so Gesundheitsministerin Melanie Huml.

Besuche im Altenheim im Zweifel aufschieben

Weil infizierte Kinder kaum Symptome zeigen, dagegen aber alte Menschen besonders unter einer Coronaerkrankung leiden, ist es laut Ministerin Huml wichtig, dass Menschen, die Erkältungen oder Grippen haben, den Besuch bei Eltern oder Großeltern erst einmal aufschieben, um das Virus nicht etwa in Alten- oder Pflegeheime zu tragen.

15. Coronapatient hat sich nicht bei einem Bayern angesteckt

Der am Donnerstag bekannt gewordene 15. Coronafall in Bayern stammt aus Mittelfranken. Der Mann hatte mit etwa zehn Personen an einem beruflichen Meeting teilgenommen und sich dort bei einem Mann angesteckt, der aus Italien kam, so Andreas Zapf (LGL): "Es ist positiv, dass er sich nicht bei einem Bayern angesteckt hat, sondern bei einem Italiener."

Großveranstaltungen nicht generell absagen

In Abstimmung mit dem RKI und dem Bund hat das Bayerische Kabinett entschieden, Großveranstaltungen derzeit nicht abzusagen. Allerdings empfiehlt die Gesundheitsministerin Veranstaltern von Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern, den Teilnehmern, die aus Risikogebieten kommen, abzusagen.

Neue Fälle in Bayern – Suche nach Kontaktpersonen

Am Donnerstagabend war der neue Fall des Coronainfizierten aus Mittelfranken bekannt geworden. Das Gesundheitsministerium hat nun begonnen, mögliche Kontaktpersonen zu ermitteln. Über Details soll nach dem Ministertreffen informiert werden.

Außerdem war bekannt geworden, dass drei der Infizierten aus Baden-Württemberg auf einer Geschäftsreise in München waren und hier bei einem Business-Treffen teilgenommen hatten.

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Nach einer Kabinettssitzung zum Coronavirus hat Gesundheitsministerin Melanie Huml die Öffentlichkeit über aktuelle Maßnahmen informiert. Vor allem haben die Behörden im Moment die Urlauber im Blick, die aus Italien zurückkommen.