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Viele Limonade-Hersteller hatten im Corona-Jahr 2020 starke Verluste zu verzeichnen. Nur Bionade aus Ostheim vor der Rhön (Lkr. Rhön-Grabfeld) wächst immer weiter und ist mittlerweile wieder die Nummer eins unter den Bio-Limonaden.

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Limo-Comeback: Bionade ist trotz Coronakrise wieder Marktführer

Bei den meisten Limonaden ist der Absatz im Corona-Jahr 2020 eingebrochen – außer bei der Bionade. Das alkoholfreie Getränk aus Ostheim vor der Rhön im Lkr. Rhön-Grabfeld wächst zweistellig und ist wieder die Nummer eins unter den Bio-Limonaden.

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Von
  • Julia Kuhles

In Ostheim vor der Rhön kommen sie mit der Produktion kaum hinterher – so groß ist die Nachfrage nach der Bionade. Bei den meisten anderen Softdrinks ist wegen der Corona-Krise der Absatz im vergangenen Jahr eingebrochen. Auch bei der Bionade machten sich die fehlenden Umsätze in der Gastronomie bemerkbar. Dafür gab es aber entgegen dem Branchentrend im Lebensmitteleinzelhandel ein Plus von satten 37 Prozent. Damit wächst die Marke unterm Strich erneut zweistellig und ist wieder der Marktführer unter den Bio-Limonaden.

Aufstieg und Fall von Deutschlands erster Bio-Limonade

1994 hat die Erfolgsgeschichte von Deutschlands erster Bio-Limo begonnen. Von der Rhön aus trat sie ihren Siegeszug durch ganz Deutschland an und wollte die ganze Welt erobern. Sie galt als das In-Getränk der Nuller-Jahre. Doch auf dem Zenit des Hypes folgte der Absturz. Ausgelöst durch eine hauptsächlich von externen Geldgebern erzwungene Preiserhöhung um ein Drittel brach der Absatz 2008 ein. Außerdem beschädigte der Einstieg des Brauriesen Radeberger im Jahr 2009 das Image des Bio-Produkts. 2012 zog sich die Gründerfamilie schließlich frustriert zurück und verkaufte komplett an Radeberger. Doch auch die neuen Eigentümer schafften es nicht, an frühere Glanzzeiten anzuknüpfen.

Das Comeback der Bionade

Seit der Übernahme im Jahr 2018 durch den hessischen Getränkehersteller Hassia ist die Marke wieder zurück auf der Erfolgsspur. Drei Jahre in Folge gab es Zuwächse in zweistelliger Höhe. Der neue Eigentümer hat an die Marke geglaubt und viel investiert: in eine neue Logistikhalle, eine Werbekampagne - und neue Geschmacksorten. Neben sonst eher exotischen Geschmacksrichtungen wie Litschi, Schwarze Johannisbeere-Rosmarin oder Ingwer-Orange gibt es nun auch die konventionelleren Sorten "Naturtrübe Zitrone" und "Naturtrübe Orange". "Sie sind inzwischen die Nummer zwei und drei hinter Sortenliebling Holunder", sagt Marketing-Leiterin Svenja Lonicer und fügt hinzu: "Das waren zwei Sorten, die wir einfach nicht hatten und die von den Kunden offenbar vermisst wurden." Immerhin würden die Sorten Zitrone und Orange mittlerweile 85 Prozent des gesamten Limonadenmarktes ausmachen.

Mate-Tee soll junge Kunden locken

Gut 150.000 Liter der Bio-Limo werden in Ostheim vor der Rhön täglich gebraut. Abgefüllt wird sie fast ausschließlich in Glasflaschen. Der PET-Anteil beträgt nur noch rund fünf Prozent. Neben den Glasflaschen mit Kronkorken gibt es Bionade mittlerweile auch in der 0,5-Liter-Glas-Mehrwegflasche mit Schraubverschluss. Auch das scheint bei den Verbrauchern gut anzukommen, so Svenja Lonicer. Weitere Kunden erhofft sich die Bionade durch den Einstieg in ein neues Segment, dem Mate-Tee. "Erfrischungsgetränke auf Mate-Tee-Basis sind zwar ein noch kleines Segment. Allerdings wächst es erfreulich", erklärt Marketingleiterin Lonicer. "Insbesondere im studentischen Umfeld sowie in der Kreativ-, IT- und Start-up-Szene sehen wir gute Chancen, mit unserem Produktkonzept zu überzeugen."

Transparenz durch QR-Codes auf den Etiketten

Nicht zuletzt setzt der Bio-Pionier auf Transparenz und Glaubwürdigkeit. Ab Mai kommt die Sorte Holunder mit einem QR-Code in den Handel. Kunden können so mit dem Smartphone die gesamte Lieferkette vom Feld bis zur fertigen Flasche abfragen: etwa die Herkunft der Holunderbeeren, deren Erntezeitpunkt oder das Abfülldatum. Und im Fall der Sorte Holunder passiert das alles tatsächlich im nur 100-km-Umkreis rund um Ostheim.

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