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Liebherr-Aerospace Lindenberg streicht 360 Stellen | BR24

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Umsatzrückgan um 35 Prozent: Liebherr Aerospace Lindenberg streicht 360 Stellen.

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Liebherr-Aerospace Lindenberg streicht 360 Stellen

Der Flugzeugteilebauer Liebherr-Aerospace Lindenberg rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatzrückgang von 35 Prozent. Grund ist die Corona-Pandemie. Deshalb werden innerhalb des nächsten Jahres 360 Stellen gestrichen.

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Von
  • Steffen Armbruster
  • Jo Schweizer

Beim Flugzeugteilebauer Liebherr-Aerospace in Lindenberg rechnet man in diesem Jahr mit einem Umsatzrückgang von 35 Prozent. Das bestätigte die Geschäftsführung auf Nachfrage des BR. Zuerst hatte die "Allgäuer Zeitung“ darüber berichtet. Die Einbußen haben Folgen für das Personal: Das Lindenberger Unternehmen wird innerhalb des nächsten Jahres 360 Stellen an den Standorten Lindenberg und Friedrichshafen, wo ein Zweigwerk steht, streichen. 200 Leiharbeiter werden nicht weiter beschäftigt. Dies soll "sozialverträglich“ geschehen, wie es hieß. Gemeint ist ein Stellenabbau durch vorzeitigen Ruhestand oder freiwillige Kündigungen.

Im vergangenen Jahr noch 750 Millionen Euro Umsatz

Im vergangenen Jahr erzielte die Unternehmensgruppe Liebherr Aerospace Lindenberg eigenen Angaben zufolge einen Umsatz von mehr als 750 Millionen Euro.

Wegen der Corona-Pandemie sind derzeit aber viele Flugzeuge am Boden. Flugzeugbauer ordern weniger und stellen Aufträge zurück. Zudem gibt es aktuell kaum Wartungsarbeiten – ein wichtiges Einnahmefeld des Unternehmens.

Gewerkschaft IG Metall ist besorgt

Die Gewerkschaft IG Metall hat besorgt und zugleich mit Verständnis auf den geplanten Stellenabbau bei Liebherr-Aerospace reagiert. Der Allgäuer Bevollmächtigte, Dietmar Jansen, sprach von einer schwierigen Situation im gesamten Luftfahrtbereich. Die Branche werde vermutlich erst ab 2025 wieder auf das Level der Zeit vor Corona kommen. Bis dahin gelte es betriebsbedingte Kündigungen möglichst zu verhindern. Jansen sagte, dazu sei man auch mit dem Gesamtkonzern im Gespräch und auf einem guten Weg. Die Gewerkschaft ist seinen Worten nach auch in gutem Austausch mit der Geschäftsführung bei Liebherr-Aerospace in Lindenberg, um den Stellenabbau möglichst sozialverträglich umzusetzen – etwa durch vorzeitigen Ruhestand von Beschäftigten oder dadurch, dass Mitarbeiter das Unternehmen freiwillig verlassen. Trotzdem, so Jansen, seien die Stellen erst mal weg.

Liebherr beschäftigt 2.700 Mitarbeiter

Liebherr Aerospace in Lindenberg beschäftigt rund 2.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Zulieferer ist einer der größten Arbeitgeber im Landkreis Lindau. Das Unternehmen stellt beispielsweise Getriebe, Elektronik und Fahrwerksysteme für Flugzeuge und Hubschrauber her und liefert weltweit.

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