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Lieber ungebunden? Bei Bayerns Rettern schwächelt der Nachwuchs | BR24

© dpa-Bildfunk/Patrick Pleul

Immer weniger Jugendliche in Bayern gehen zur Feuerwehr.

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    Lieber ungebunden? Bei Bayerns Rettern schwächelt der Nachwuchs

    Die Feuerwehren in Bayern, das BRK und die Johanniter plagen Nachwuchssorgen. Die Zahl der Jugendlichen, die ehrenamtlich Dienst tun, ist weiter gesunken. THW und DLRG freuen sich dagegen über Zulauf.

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    Bei den Freiwilligen Feuerwehren in Bayern engagieren sich immer weniger Jugendliche ehrenamtlich. Zu Beginn des vergangenen Jahres waren es nach Angaben des Bayerischen Feuerwehrverbandes 46.847 junge Männer und Frauen. 2006 zählte der Verband noch 52.221 Jugendliche.

    Konkurrenz durch andere Angebote

    Es gebe so viele Angebote für Jugendliche – das sei ein Grund für den Rückgang, sagte eine Sprecherin des Landesfeuerwehrverbandes. Ein Lichtblick sei allerdings, dass bei den jungen Frauen die Zahl gestiegen ist: Im vergangenen Jahr rückten rund 12.500 Mädchen in ihrer Freizeit unter anderem zu Bränden und Unfällen aus. Das waren knapp 600 mehr als im Jahr 2017.

    Johanniter: Menschen legen sich nicht mehr so gerne fest

    Bei der Johanniter-Unfall-Hilfe waren im März 2014 noch fast 2.000 junge Männer und Frauen aktiv. Ende des vergangenen Jahres zählte die Unfall-Hilfe rund 1.730 Mitglieder in ihrer Jugendorganisation. "Allgemein stellen die Johanniter fest, dass sich Menschen nicht mehr so gerne festlegen, also zusagen, zum Beispiel jeden Dienstag auf einen längeren Zeitraum ehrenamtlich regelmäßig und verbindlich aktiv zu sein", erklärte eine Sprecherin. Diese geänderte Einstellung erfordere von den Verantwortlichen in der Unfallhilfe eine höhere Flexibilität in der Planung und Organisation.

    BRK hofft auf positiven Effekt durch das G9

    Auch das Bayerische Rote Kreuz (BRK) spricht von Nachwuchsproblemen. Ende Januar waren an die 31.000 junge Männer und Frauen im Alter von 14 bis 17 Jahren aktiv. Vergleichszahlen aus den vergangenen Jahren lägen keine vor, so ein Sprecher auf dpa-Anfrage. Das achtjährige Gymnasium im Freistaat belaste die Schüler. Die Freizeit und damit auch das Ehrenamt kommen nach Worten des Sprechers wegen des vielen Nachmittagsunterrichts zu kurz. Man hoffe, dass die Wiedereinführung des G9 zu einer Entspannung führe.

    DLRG: Zehn Prozent Zuwachs seit 2008

    Anders sieht es bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) aus: In den vergangenen zehn Jahren sei die Zahl der jugendlichen Mitglieder um fast zehn Prozent gewachsen, erklärte ein Sprecher. Rund 20.000 Männer und Frauen bis 26 Jahren engagierten sich derzeit bei der Wasserrettung. Das seien 57 Prozent aller Mitglieder. Allerdings schreckten die Bürokratie und die vielen gesetzlichen Anforderungen an Retter manche Jugendliche ab, so der Sprecher.

    Nachwuchs beim THW: Langsamer, aber stetiger Anstieg

    Auch das THW freut sich seit einigen Jahren über einen Zulauf beim Nachwuchs. Im vergangenen Jahr engagierten sich mehr als 2.600 junge Männer und Frauen. Zwei Jahre zuvor waren es knapp 2.470.

    "Wir arbeiten daran, dass dieser positive Trend auch in den nächsten Jahren bestätigt bleibt. Wir wissen, dass es sich aufgrund des demografischen Wandels um eine wichtige Herausforderung handelt." Eine Sprecherin des THW-Landesverbandes Bayern