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Licht aus! Chiemgauer Initiative wirbt für "Earth Night" | BR24

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Hatten Sie das Gefühl, dass es gestern Nacht dunkler war, als sonst? Gestern Nacht war die weltweit erste Earth Night. Eine Projekt das sich gegen Lichtverschmutzung einsetzt. Die Idee dazu hatte ein Physiker und Astronom aus Rimsting.

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Licht aus! Chiemgauer Initiative wirbt für "Earth Night"

Wenigstens eine dunkle Nacht pro Jahr wünscht sich die Chiemgauer Initiative "Earth Night". Heute soll darum ab 22 Uhr überall das Licht ausgehen. Der Grund: Kunstlicht hat enorme Folgen für Mensch und Natur. Auch München macht mit.

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Er wird nicht müde über die Gefahren von Kunstlicht für Mensch und Umwelt aufzuklären: Manuel Philipp aus Rimsting am Chiemsee. Der studierte Physiker ist Initiator und Projektleiter der "Paten der Nacht", die sich gegen Lichtverschmutzung einsetzen. Jetzt rührt Philipp kräftig die Werbetrommel für die "Earth Night 2020". Heute um 22 Uhr soll möglichst überall das Licht ausgehen. Die Aktion findet in der Region, aber auch bundesweit und in Österreich Unterstützer.

Nächtliches Kunstlicht mit Folgen

Fehlgelenktes Licht hat viele Folgen für Mensch und Natur. Es verschwende Energie, schade dem Klima, lasse Sterne verblassen, raube Menschen den Schlaf, irritiere Vögel auf ihren Zugrouten und sorge nicht zuletzt für milliardenfaches Insektensterben, so die Initiatoren der "Earth Night". Die Insekten, die zum Beispiel an Straßenlampen erschöpft und tot zu Boden fallen, würden als Bestäuber und Nahrungsquelle für Vögel fehlen – ein gefährlicher Kreislauf.

"Das ganze Ökosystem gerät wegen dieser sogenannten Lichtverschmutzung aus dem Takt" Manuel Philipp, Rimsting

Jeder kann mitmachen

Bei der "Earth Night" können alle mitmachen. Um 22 Uhr soll es draußen möglichst dunkel werden – das heißt nicht, dass man auch drinnen im Dunklen sitzen muss. Es genügt auch, Vorhänge oder Rollos zu schließen. Außerdem kann man Solarlampen deaktivieren oder in Schaufenstern das Licht ausschalten.

Gemeinden im Landkreis Rosenheim und auch München dabei

Im Landkreis Rosenheim beteiligen sich die Gemeinden Bernau am Chiemsee und Aschau im Chiemgau an der "Earth Night"-Aktion. Dort werden Pfarrkirchen, öffentliche Gebäude und Parkplätze nicht beleuchtet und auch die Straßenbeleuchtung wird ausgeknipst. Damit es an neuralgischen Stellen zu keinen Unfällen kommt, werden Zebrastreifen zum Beispiel mit Barken und Signalleuchten gekennzeichnet. Auch die Landeshauptstadt München beteiligt sich an der "Earth Night". Mit dabei sind ebenso Mühldorf am Inn, Ampfing und Markt Schwaben.

Aufwand zu hoch - nicht jede Gemeinde will mitmachen

Die Organisatoren der "Earth Night" haben im Vorfeld aber auch Absagen von Gemeinden bekommen. Die Gegenargumente: Verkehrssicherungspflicht, das Sicherheitsgefühl der Bürger und der große technische Aufwand mit Kostenfaktor. Denn viele Gemeinden sind bei großen Energieversorgern unter Vertrag, die extra einen Mitarbeiter schicken müssten, um das Licht ab- und am Morgen wieder anzuschalten. Priens Bürgermeister Andreas Friedrich hält diesen Aufwand für zu groß, um nur eine Nacht lang das Licht auszuschalten. Er verweist auf die Maßnahmen, die dauerhaft in Prien am Chiemsee getroffen worden seien, wie etwa die siebenstündige Nachtabsenkung.

Einige Gemeinden, die sich ebenfalls gegen eine Beteiligung an der "Earth Night" ausgesprochen haben, haben aber in ihren Gemeindeblättern über die Aktion und ihre Ziele informiert.

Die Vision: Licht aus auf der ganzen Welt

Manuel Philipp aus Rimsting hat einen Traum: die Initiative "Earth Night" soll eines Tages weltweit stattfinden und zwar immer im September an Neumond.

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