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LGL zu Corona-Lage in Bayern: Stabil, aber nicht entspannt | BR24

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Die Infektionslage in Bayern schätzt der Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Andreas Zapf, trotz steigender Zahlen noch als stabil ein. Lockerungen der Corona-Maßnahmen hält er für nicht angemessen.

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LGL zu Corona-Lage in Bayern: Stabil, aber nicht entspannt

Die Infektionslage in Bayern schätzt der Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Andreas Zapf, trotz steigender Zahlen noch als stabil ein. Lockerungen der Corona-Maßnahmen hält er für nicht angemessen.

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Eine weiterhin stabile Infektionslage, aber kein Anlass für Lockerungen: So schätzt Andreas Zapf, Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), die derzeitige Corona-Lage im radioWelt-Interview auf Bayern 2 ein:

"Wir hatten Anfang Juni, Mitte Juni so durchschnittlich werktäglich 40 Fälle. Wir liegen jetzt so bei 110, 120 Fällen. Ich würde aber die Situation in Bayern noch durchaus als stabil betrachten. Es hängt zum Teil der Anstieg auch mit der zunehmenden Zahl der Testungen zusammen." Andreas Zapf, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)

"Das Virus war ja nie weg"

Das heiße aber nicht, dass die Lage damit entspannt sei, sagte Zapf. Forderungen nach einer weiteren Lockerung bei den Schutzmaßnahmen hält Zapf fachlich gesehen für nicht angemessen. Man müsse "aufpassen und vorsichtig sein".

"Das Virus war ja nie weg und es wird uns auch weiterhin begleiten. Wir konnten durch den Lockdown, durch die strengen Maßnahmen, die Infektionszahlen ganz erheblich reduzieren. Jetzt ist sie durch Lockerungen, aber sicherlich auch durch sorgloseres Verhalten, aber auch durch weniger Reisebeschränkungen, wieder angestiegen. Wir müssen jetzt sehen, wie es sich weiter entwickelt." Andreas Zapf

Kostenlose Tests wahrnehmen, AHA-Regeln einhalten

Lob gab es von Zapf für den Landkreis Dingolfing-Landau, wo sich viele Erntehelfer auf einem Gemüsehof und andere Mitarbeiter einer Gemüsekonservenfabrik infiziert hatten. Die Behörden würden dort gute Arbeit leisten: "Aus meiner Sicht hat das Landratsamt sehr rasch sehr gut reagiert und gute Arbeit geleistet."

Zapf rief die bayerischen Bürger dazu auf, das Angebot des Freistaates für kostenlose Tests anzunehmen: "Ich kann nur dazu aufrufen: Nehmen Sie es wahr." Viele Leute würden gewissenhaft die Hygienemaßnahmen mit Atemschutzmaske, Hände waschen und Abstand halten befolgen. "Auf der anderen Seite gibt es aber schon eine Tendenz, dass man leichtsinniger wird und es nicht so auf Dauer durchhält", sagte Zapf. Die AHA-Regeln (Abstand + Hygiene + Alltagsmaske) seien aber wirksam, um Infektionsketten zu durchbrechen.

Söder ebenfalls gegen weitere Lockerungen

Ähnlich wie Zapf hatte sich am Wochenende auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder zur Lage geäußert. "Wenn wir nicht aufpassen, kann bei uns wieder eine Situation wie im März entstehen. Es ist absolute Wachsamkeit gefragt und deshalb ist jetzt nicht die Zeit für neue Lockerungen oder naive Unvorsichtigkeit", sagte Söder der "Bild am Sonntag".

Außerdem sprach sich Söder für Geldstrafen aus, falls man sich den Pflichttests verweigere oder zum Beispiel Mund-Nase-Schutz in Bussen und Bahnen nicht trüge: "Wer verpflichtende Tests verweigert oder bewusst gegen Maßnahmen verstößt, muss mit Bußgeld rechnen." Als Beispiel nannte Söder Kontrollen in Zügen und im sonstigen Personen-Nahverkehr: "Gehen tut das schon, wir brauchen nur den Willen."

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