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Letztes Kapitel in der Giftmüll-Saga | BR24

© pa/dpa

Giftmüll (Symbolbild)

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    Letztes Kapitel in der Giftmüll-Saga

    Im Giftmüll-Skandal um die Kraillinger Recyclingfirma Technosan soll heute das Urteil fallen. Der Hauptangeklagte, der ehemalige Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens, muss mit einer mehrjährigen Gefängnisstrafe rechnen.

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    Neben dem Ex-Geschäftsführer sind noch drei weitere Mitarbeiter der Firma angeklagt, sie können aber auf weitaus mildere Strafen oder sogar Freispruch hoffen. Insgesamt 18 Monate wurden im Technosan-Prozess verhandelt.

    Vom Vorzeige-Betrieb zum Skandal-Unternehmen

    In der Abfallwirtschaft galt Technosan lange als eines der innovativsten Vorzeige-Unternehmen; bis zu einer Routinekontrolle 2012. Seither ist vom größten Umweltskandal Bayerns die Rede. Laut Anklage soll die Firma hunderttausende Tonnen kontaminierten Müll illegal entsorgt haben, während sie ihren Kunden - wie der Bahn oder der Stadt München - Kosten für die sachgerechte Reinigung des Mülls in Rechnung stellte. So sei laut Staatsanwalt ein Schaden von 5,8 Millionen Euro entstanden. die Anklage fordert für den ehemaligen Geschäftsführer sechs Jahre und neun Monate Haft wegen illegaler Entsorgung von Industriemüll und Betruges in mehr als 200 Fällen.

    Ex-Chef will nicht alles gewusst haben

    Die Verteidiger sahen keine Beweise für gravierende Umwelt- und Betrugsdelikte. Sie plädierten für eine Strafe von nicht mehr als dreieinhalb Jahren. Der Angeklagte selbst hatte zwar zu Beginn des Prozesses Fehler eingeräumt, aber auch erklärt, er habe nicht von allem gewusst, was sich auf der Verwertungsanlage in Neuötting abgespielt hatte. Dem widersprachen seine mitangeklagten Mitarbeiter: Sowohl der ehemalige Betriebsleiter, der Maschinenführer in Neuötting, als auch die damalige Assistentin des Geschäftsführers erklärten, sie hätten nur auf Anweisung des Chefs gehandelt.

    Mehrfach hatte es in dem Prozess Kritik gegeben an den mangelhaften Kontrollen der Aufsichtsbehörden, alle voran des Altöttinger Landratsamtes. Dort ist man nach wie vor damit beschäftigt, zu klären, was in den Gruben - etwa in Neuötting, Piding, Perach und Kastl - noch an belastetem Müll entsorgt werden muss. Der Schaden für die Umwelt lässt sich derzeit nicht beziffern.