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Letzter Wunsch für Schwerkranke: Kaufbeurer Wünschewagen | BR24

© Rupert Waldmüller/BR

Todkranken Menschen einen allerletzten Wunsch erfüllen: Der Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bunds macht das seit einem Jahr möglich: Von Kaufbeuren aus betreut das Team ganz Schwaben und erfüllt letzte Wunschfahrten.

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Letzter Wunsch für Schwerkranke: Kaufbeurer Wünschewagen

Todkranken Menschen einen allerletzten Wunsch erfüllen: Der Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bunds macht das seit einem Jahr möglich. Von Kaufbeuren aus betreut das Team ganz Schwaben und erfüllt letzte Wunschfahrten.

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Winfried Sutter steigt in den Wünschewagen. Von außen sieht der Kleinbus aus wie ein normaler Krankentransporter - bis auf die Wünschewagenaufschrift. Der Wagen ist komplett mit Medizintechnik ausgestattet, um auch schwer kranke Menschen transportieren zu können.

Gäste sollen sich an Bord wohlfühlen

Die ganze Technik ist hinter Klappen und in Schränken versteckt, die Trage und der Sitz sind mit einem blauen Sternen-Muster überzogen. Es gibt einen Videobildschirm, eine Musikanlage und einen zuschaltbaren LED-Sternenhimmel. Die Fahrgäste sollen sich eben wohl fühlen auf der Fahrt zu ihrem letzten Wunsch.

Einmal noch ans Meer oder in die Berge

Die Fahrt zur Hochzeit des Enkels, einmal noch auf die Zugspitze, ans Meer, ins Fußballstadion oder ans Grab der Ehefrau - alle diese Wünsche haben die 37 ehrenamtlichen Helfer wie Winfried Sutter ihren todkranken Fahrgästen im vergangenen Jahr erfüllt. Claudia Lerchenmüller arbeitet Vollzeit in der ambulanten Pflege und begleitet in ihrer Freizeit Fahrten des Wünschewagens - weil ihr das einfach wichtig ist.

"Wir haben zum Beispiel Patienten, die schon jahreweise im Bett sind, die nicht mehr aus der Wohnung rauskommen. Und wenn die dann da mitfahren können und so ihren letzten Wunsch erfüllen können, das ist schon was Tolles. Und wenn man dann sieht, wie sie strahlen, wenn sie noch mal irgendwo hinkommen. Das gibt auch mir sehr vieles." Claudia Lerchenmüller, ehrenamtliche Mitarbeiterin

Die Frau, die nach der Fahrt zur Insel Mainau wie ausgewechselt war, die Frau im Rollstuhl, die auf dem Bodenseeschiff plötzlich die Kraft findet und die Treppe zum Sonnendeck hinaufsteigt oder der Opa, der nach dem Besuch der Hochzeit seines Enkels in der Nacht zufrieden für immer einschläft - es sind ergreifende Geschichten, die die Helfer erzählen.

Team versucht, jeden Wunsch zu verwirklichen

44 Wünsche konnten die Helfer im ersten Jahr des Wünschewagens erfüllen. Der jüngste Fahrgast war neun und wollte in den Freizeitpark, der älteste 89 - er hat sich eine Fahrt zu seinem Elternhaus und seinen Geschwistern gewünscht. So lange es medizinisch vertretbar ist, versucht das Team jeden Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen.

"Das Wertvollste, was man einem Menschen schenken kann, ist Zeit. Und einfach Freude schenken. Das ist das Wertvollste. Und das können wir mit dem Wünschewagen machen." Claudia Lerchenmüller, ehrenamtliche Mitarbeiterin