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Letzter Schultag an Bayerns kleinstem Gymnasium | BR24

© BR/Katharina Herkommer

Das Gymnasium in Fockenfeld im Landkreis Tirschenreuth schließt nach 74 Jahren für immer seine Pforten - es gibt einfach zu wenige Schüler. Damit geht die lange Tradition der "Spätberufenenschule" zu Ende.

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Letzter Schultag an Bayerns kleinstem Gymnasium

Das Gymnasium in Fockenfeld im Landkreis Tirschenreuth schließt nach 74 Jahren für immer seine Pforten - es gibt einfach zu wenige Schüler. Damit geht die lange Tradition der "Spätberufenenschule" zu Ende.

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Wie in ganz Bayern ist auch an Bayerns kleinstem Gymnasium am Dienstag der letzte Unterrichtstag vor dem Start der Abiturprüfungen am Mittwoch. Am Gymnasium Sankt Josef Fockenfeld ist es allerdings nicht nur der letzte reguläre Schultag für die Schüler der Abschlussklasse: Die sechs jungen Männer sind die letzten Schüler, die das kirchliche Privatgymnasium im Landkreis Tirschenreuth überhaupt noch besuchen.

Wenn sie ihre Abiturprüfungen hinter sich haben, schließt die "Spätberufenenschule" nach 74 Jahren für immer ihre Pforten.

Spätberufenenschule für alle offen

Etwa 500 spätere Priester hat das Gymnasium Sankt Josef im Lauf seiner Geschichte hervorgebracht. Darunter berühmte Alumni wie die Bischöfe Walter Mixa und Reinhard Pappenberger. Eine Verpflichtung zum Priesteramt oder zu einem Theologiestudium nach dem Abi gab es aber nie.

Die Spätberufenenschule war offen für alle, die mit einem Haupt- oder Realschulabschluss ihr Abitur nachholen wollten und sich für Theologie interessierten. Seit einigen Jahren stand nun aber schon fest: der aktuelle Jahrgang ist der letzte, der Fockenfeld mit dem Abi verlässt. Die Zahl der Anmeldungen ging in den letzten Jahren immer weiter zurück und reichte zum Schluss einfach nicht mehr aus.

Gebäude muss saniert werden

Träger der Schule ist die Ordensgemeinschaft der Oblaten des heiligen Franz von Sales. Acht Ordensmitglieder leben neben den letzten sechs Schülern im Moment noch im Kloster Fockenfeld. Was aus ihnen und aus dem Gebäude wird, ist noch völlig offen. Es soll verkauft werden, aber noch ist kein Käufer in Sicht. Umfangreiche Sanierungen stehen an - für einen Käufer würde es teuer.

Und: ein sinnvolles Nutzungskonzept müsste her. Dabei helfen die umliegenden Gemeinden mit, damit die zum Teil denkmalgeschützten Klostergebäude nach dem Ende dieses Schuljahrs möglichst nicht lange leer stehen

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