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Letzte Wünsche: Ein halbes Jahr Herzenswunschmobil Deggendorf | BR24

© Malteser Deggendorf

Das Herzenswunschmobil der Malteser Deggendorf gibt es seit einem halben Jahr.

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    Letzte Wünsche: Ein halbes Jahr Herzenswunschmobil Deggendorf

    Sie erfüllen Menschen am Ende ihres Lebens einen Wunsch: die Malteser in Deggendorf. Seit einem halben Jahr gibt es das Herzenswunschmobil, vier Wünsche wurden bereits erfüllt. Die Malteser haben Kapazitäten für mehr Fahrten.

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    Ein halbes Jahr gibt es das Herzenswunschmobil in Deggendorf. Die Malteser ziehen jetzt Bilanz - und sind zufrieden. Herzenswunsch-Krankenwagen gibt es an vielen Orten - mit dem Krankenwagen werden todkranken Menschen ihre letzte Wünsche erfüllt. Die Malteser in Deggendorf haben im ersten halben Jahr vier Wünsche erfüllt, die fünfte Fahrt steht schon an.

    Deggendorfer Malteser erfüllen letzte Wünsche

    Die erste Herzenswunschfahrt führte nach Niederalteich: Ein 74-jähriger Mann wollte auf die Hochzeit seiner Enkelin. Nach sechs Schlaganfällen ist der 74-Jährige ein Pflegefall, immer auf Hilfe angewiesen. Die Malteser mit ihrem Mobil sind für solche Fälle ausgerichtet. Sie haben ihn zur Hochzeit gefahren, den ganzen Tag begleitet und ihm seinen letzten Wunsch erfüllt. Ein anderer Wunsch führte das Herzenswunschmobil zum Münchner Flughafen - ins Airbräu. Der Wunsch einer krebskranken Frau: Einmal noch ihre Freundinnen zum Schweinsbraten-Essen treffen.

    © Malteser Deggendorf

    Der letzte Wunsch eines 74-jährigen Mannes: Auf der Hochzeit seiner Enkelin dabei sein.

    Letzter Wunsch: Fahrt nach Italien ans Meer

    Bisheriger Höhepunkt der Deggendorfer Maltester war jedoch die Fahrt nach Caorle in Italien: Einmal noch das Meer sehen, die Füße darin baden - das war der Herzenswunsch von Matthias. Der 34-jährige leidet an einem abdominellen Tumor und wurde in den letzten Jahren viele Male operiert. Der Herzenswunsch wurde Wirklichkeit.

    "Das Schöne am Herzenswunschmobil sind auch die zwischenmenschlichen Erfahrungen: Matthias hat uns nochmal nach der Fahrt zum Essen eingeladen, weil wir kein Trinkgeld für die Fahrt angenommen haben. Es besteht immer noch Kontakt zu ihm. Es ist einfach schön: Wir können den Leuten etwas geben." Ulrich Weniger, Malteser Deggendorf
    © Malteser Deggendorf

    Die weiteste Herzensfahrt ging nach Italien ans Meer.

    Nicht jede Fahrt kann durchgeführt werden

    Wie Weniger erzählt, geht es den Patienten nach der Erfüllung ihres letzten Wunsches oft schlechter. Dann seien sie bereit zu gehen, so Weniger. Weiter berichtet der ehemalige Stationsleiter und Krankenpfleger, dass nicht jede geplante oder angekündigte Fahrt durchgeführt werden könnte: Manchmal sterben die Menschen noch während der Planung der Herzenswunschfahrt. Oft handelt es sich dabei um Patienten im Hospiz oder auf Palliativstationen.

    Spendenfinanzierte Fahrten

    Für die Zukunft wollen die Malteser so weiter machen wie im letzten halben Jahr. Alle Wünsche konnten erfüllt werden, alle Fahrten liefen ohne Probleme ab. Doch: "Wir haben Kapazitäten für mehr Fahrten", so Weniger.

    Da die Fahrten der Ehrenamtlichen auf Spenden angewiesen sind, freut sich Weniger, dass seit April alleine in Deggendorf 3.000 Euro Spenden von Vereinen oder Privatpersonen eingegangen sind. Die Transporte der Malteser bieten sie den Patienten kostenfrei mit dem Herzenswunschmobil an. Der Transporter ist individuell auf die medizinische Versorgung des Patienten eingestellt. Die Fahrten werden von Ehrenamtlichen begleitet, die beispielsweise als Rettungssanitäter bei den Maltesern tätig sind und im Notfall eingreifen können.