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Die Lernplattform Mebis ist zum Start des bayernweiten Lockdowns am Mittwochmorgen ausgefallen. Die Ursache sei noch unbekannt, so ein Sprecher des Kultusministeriums. Bei Mebis hatte es in der Vergangenheit immer wieder Probleme gegeben.

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Lernplattform Mebis fällt zum Lockdown-Start aus

Die Lernplattform Mebis ist zum Start des bayernweiten Lockdowns am Mittwochmorgen ausgefallen. Die Ursache sei noch unbekannt, so ein Sprecher des Kultusministeriums. Bei Mebis hatte es in der Vergangenheit immer wieder Probleme gegeben.

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  • BR24 Redaktion

Am ersten Tag der Schulschließungen lief die störanfällige Lernplattform Mebis wieder nicht zuverlässig. In sozialen Medien gab es zahlreiche Posts von Eltern zu dem Ausfall. Screenshots zeigen die übliche Überlastungsmeldung: "Bitte versuchen Sie es in wenigen Minuten erneut".

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Mebis, die Rakete

Erst im Laufe des Vormittags war Mebis dann wieder erreichbar. Über die staatliche digitale Plattform sollen Bayerns Schüler eigentlich Lerninhalte abrufen, vor allem, wenn wie seit Mittwoch in den meisten Schulen kein Unterricht vor Ort stattfindet. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) steht in der Kritik, weil die Lernplattform zu Stoßzeiten nach wie vor immer wieder in die Knie geht.

Piazolo gestern: "Mebis läuft weitgehend zuverlässig"

Erst gestern hatte Piazolo in der Rundschau im BR Fernsehen die Lernplattform Mebis verteidigt. Im Sommer sei die Plattform getestet worden. Jetzt müsse sich das System in der Praxis bewähren. Mebis laufe weitgehend zuverlässig, nur morgens zwischen acht und neun Uhr ruckele es manchmal. Piazolo versprach Abhilfe; die Techniker seien dran.

Piazolo heute: Lösung nach Weihnachten

Heute Vormittag ließ der Kultusminister erklären: "Leider ... zeigen alle umgesetzten Maßnahmen bisher nicht die Wirkung, die ich mir wünsche. Ich gehe davon aus, dass wir nach Weihnachten Wechselunterricht haben werden. Bis dahin wird es für die Schulen, die mebis nutzen, eine Lösung geben."

Könnte zum Beispiel heißen, dass man nicht noch einmal hohe Summen in die Plattform mebis steckt, sondern, wie es viele Schulen bereits tun, mit Microsoft Teams arbeitet.

Ärger über Zickzack-Kurs

Auch mit einem anderen Thema hatte das Kultusministerium für Ärger und Verwirrung bei Schulleitern und Eltern gesorgt: Zuerst hatte es geheißen: Unterricht gebe es ab heute nur für die Abschlussklassen. Für alle anderen Klassen finde er nicht statt. Sprich: Alle sollen in die vorgezogenen Weihnachtsferien gehen.

Piazolo rudert zurück

Dann aber ruderte der Kultusminister zurück und erklärte, Distanzunterricht sei weiter möglich, auch wenn die Schulen nun frühzeitig geschlossen würden. Ebenso bleibe Distanzlernen möglich.

Verwirrende Begriffe

Sowohl beim Distanzunterricht als auch beim Distanzlernen werden die Schüler zuhause mit Unterrichtsmaterialien versorgt. Aber: beim Distanzunterricht auch Prüfungen möglich, beim Distanzlernen nicht.

Grüne: "Ein Rücktritt von Piazolo behebt die Probleme nicht"

Trotz aller Schwierigkeiten hält der bildungspolitische Sprecher der Grünen Landtagsfraktion in Bayern, Max Deisenhofer, den Rücktritt von Kultusminister Piazolo zu diesem Zeitpunkt für nicht zielführend. Im Interview mit der Bayern-2-Radiowelt sagte Deisenhofer: "Der Minister ist bisher nicht als Leistungsträger aufgefallen." Es sei aber fraglich, ob mit dem Austausch des Kultusministers die strukturellen Probleme an Bayerns Schulen behoben werden", so der Bildungspolitiker.

Es gebe nun aber die klare Erwartung an Piazolo "wenn die Weihnachtferien am 11. Januar vorbei sind, dann muss der digitale Unterricht in Bayern auch funktionieren." Das sei zu schaffen, wenn zum Beispiel bei der störungsanfälligen Lernplattform Mebis mit mehr Personal und mehr finanziellen Mitteln nachgebessert werde, so Deisenhofer. "Das ist kein Hexenwerk. Ich habe nur das Gefühl im Sommer hat man darauf vertraut, wir gehen jetzt wieder in den Präsenzunterricht. Man hat sich einfach schlecht vorbereitet."

Wo bleibt Söders Digitalturbo?

Die Bayerische Staatsregierung und Ministerpräsident Markus Söder habe aber auch im Sommer "Erwartungen geweckt". So habe im Juli ein Schul-Digitalisierungsgipfel stattgefunden "wo ein Digital-Turbo versprochen wurde. Und jetzt, ein halbes Jahr später, fragen natürlich alle, wo dieser Turbo bleibt." Von den beschlossenen Digital-Förderprogrammen, wie etwa 93 Millionen Euro für Lehrer-Dienstgeräte, wurde nach bisher "kein einziger Cent abgerufen," so Deisenhofer. Das sei auf das komplizierte Zusammenspiel von Kultusministerium und Kommunen, als Kostenträger für die Schulen, zurückzuführen.

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