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Lernen in der Corona-Krise: Das sagen die BR24-Leser | BR24

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Für Bayerns Schülerinnen und Schüler heißt es immer noch: Warten, bis der Regelschulbetrieb wieder losgehen kann. Vier Monate lang waren sie jetzt mehr oder weniger im Homeschooling - eine Ausnahmesituation, auch für die Eltern.

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Lernen in der Corona-Krise: Das sagen die BR24-Leser

Schulschließungen, Homeschooling und Hygienemaßnahmen: Am Freitag geht in Bayern ein turbulentes Schuljahr zu Ende. Das Thema "Schule während der Corona-Krise" bewegt und polarisiert – besonders deutlich wird das im Netz.

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Als Ministerpräsident Markus Söder am 16. März den Katastrophenfall für Bayern erklärte, begann auch an Bayerns Schulen der Ausnahmezustand. Schulschließungen, Homeschooling und digitales Lernen stellte nicht nur SchülerInnen und LehrerInnen vor Herausforderungen, sondern auch viele Eltern. Neben dem Homeoffice waren sie nun auch noch für den Unterricht ihrer Kinder verantwortlich. Ein Thema, über das sich ganz Bayern Gedanken macht.

Der BR-Themenschwerpunkt "Lernen am Limit: Corona, die Schule und Ich!" Erfahrungen, Sorgen und Wünsche von Eltern, SchülerInnen und LehrerInnen nun in den Mittelpunkt.

© Alexandra Botsch / Screenshot Facebook BR24

Auf Facebook machten viele User*innen ihrem Frust über die Corona-Maßnahmen an Schulen deutlich.

Statt dem gewohnten Präsenzunterricht hieß es für Bayerns SchülerInnen ab März: zuhause Büffeln und Kontakt zum Lehrpersonal nur per Videokonferenz. Während einige Schulen die Umstellung auf Online gut durchführen konnten, kam es immer wieder auch zu Problemen. SchülerInnen berichteten von technischen Schwierigkeiten, Ablenkung und mangelnden Kontrollinstanzen.

Eltern befürchten, dass Wissenslücken nicht aufgeholt werden können

Viele Eltern befürchten, dass ihre Kinder die Wissenslücken, die durch den mangelnden Präsenzunterricht entstanden sind, nicht ohne weiteres aufholen können. "Meine Kindern sind in vielen Fächern sehr viel schlechter geworden", berichtet Alexandra Fischer auf Facebook. Ähnlich sieht es auch Klaus Popa. "Es wurde ihnen ein halbes Jahr Unterricht, eigentlich ohne vernünftigen Grund geraubt" schreibt er auf Facebook. "Und diese verlorene Zeit werden die Kinder nicht mehr aufholen können."

Kritik an späten Schulöffnungen

Mit Unverständnis reagieren viele auch auf die Lockerungen der bayerischen Regierung. Dass Gastronomie, Einzelhandel und Co. wieder öffnen durften, bevor alle Klassen wieder an den Schulen sind, wird heftig kritisiert. Wird bei Kindern mit einem anderen Maßstab gemessen? Diese Frage treibt viele Nutzer im Netz um. So kreidet User Colori84 an, dass Urlaube an vielen europäischen und teilweise sogar außereuropäischen Zielen möglich sind, Klassenfahrten jedoch bis Ende Januar 2021 komplett gestrichen wurden. Ähnliches merkt auch Stephanie Forsthuber auf Facebook an. "Warum sind Feiern mit 100/200 Personen ohne Mundschutz erlaubt, aber in einer Klasse keine 30 Kinder?" Ähnlich sieht es auch Sonya Martins, die einen BR24 Facebook-Post kommentiert.

© Sonya Martins / Screenshot Facebook BR24

Viele User kreiden an, dass in der Corona-Krise unterschiedliche Maßstäbe angesetzt werden.

Viele Eltern unterstützen die Schulschließungen

Doch es hagelt nicht nur Kritik - viele Eltern heißen die strengen Corona-Regelungen insbesondere in Bezug auf Kinder gut. So schreibt Katharina Offermann auf Facebook: "Viele Kinder sind glücklich, auch mal Zeit mit ihren Eltern verbringen zu dürfen. Den Schuldruck kann man nehmen, in dem man Kindern die Chance gibt, die Klasse zu wiederholen." Auch Jasmin Müller macht auf Facebook deutlich, dass sie die Maßnahmen der Regierung unterstützt.

© Jasmin Müller / Screenshot Facebook BR24

Viele Eltern unterstützen die Corona-Maßnahmen der Regierung und waren erfreut über das vorsichtige Vorgehen.

Doppelbelastung für Mütter

Doch wer nicht auf die Unterstützung der engen Familie zurückgreifen kann, für den wird Lernen und Lehren zu Hause oftmals zur Herausforderung. Gerade arbeitende Eltern sehen die Corona-Krise als Doppelbelastung, schließlich müssen sich neben dem Homeoffice auch noch dem Homeschooling widmen. Gerade viele Mütter sehen die Corona-Krise kritisch. So schreibt Susanne Weber in einem Kommentar auf Facebook:

"Man sieht, dass nun die arbeitenden Mütter und Kinder die Opfer dieser Pandemie sind. Zeigt uns, dass Geld nicht alles ist. Doch sie müssen zur Arbeit, da ihre Rente im Alter sonst nicht ausreicht und sie wieder von den Männern abhängig werden, wie früher unsere Mütter und Omas. Das dürfte so nicht sein." Susanne Weber

Ab September soll an Bayerns Schulen Regelbetrieb herrschen

Ab September soll wieder Regelbetrieb an Bayern Schulen herrschen, das ist das Ziel von Bayerns Kultusminister Michael Piazolo. Doch im Hinblick auf eine mögliche zweite Welle machte er im Interview auf B5 aktuell ebenfalls klar: Die Alternativen liegen griffbereit. Ein Szenario, das vielen Eltern Angst macht. So schreibt "DasLeben" auf BR24: "Wenn ich lese, es soll im Herbst so weitergehen, suche ich mal einen Privatlehrer. Ich schaffe Kinder/Arbeit/Schule und sozialer Ersatz für die Kinder nicht noch einmal auf diese Weise."

Digitalisierung muss weiterhin vorangetrieben werden

Gerade bei der Digitalisierung räumte Piazolo Verbesserungsbedarf ein. Ein Punkt, der bereits seit Beginn der Schulschließungen lauthals kritisiert wurde. So sei es nicht nur notwendig, die passende Infrastruktur bereitzustellen, diese müsse auch von den teilweise älteren Lehrer*innen genutzt werden, merkt User "meinSenfdazu" an. Man könne nicht davon ausgehen, dass jedes Kind einen guten Internetzugang geschweige denn einen eigenen PC zu Verfügung hat, merken viele besorgte UserInnen an. "Was nützen uns Online-Plattformen, wenn es Leute gibt, die nicht für jedes Kind einen PC vorhalten können oder in Gegenden leben, in denen das Internet mittels eines Hanfseiles in die Häuser kommt denn mit dem Breitband", beschwert sich beispielsweise Angelika Wiesheier.

Laut einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft haben nur knapp 28 Prozent aller zwölfjährigen Schüler einen eigenen PC zur Verfügung. Bei Kindern aus wirtschaftlich schwachen Familien liegt der Anteil nur bei 15 Prozent. Vereine und Imitativen suchen deshalb nach Computerspenden. Mehr dazu hier.

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