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Leonberg wird gegen Südostlink klagen | BR24

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Leonbergs Bürgermeister Johann Burger hat gegenüber dem BR bestätigt, dass er gegen den Verlauf des Südostlinks klagen wird.

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Leonberg wird gegen Südostlink klagen

Die Gemeinde Leonberg im Landkreis Tirschenreuth will gegen den Verlauf des Südostlinks klagen. Das hat der Leonberger Bürgermeister Johann Burger dem BR bestätigt. Er ist sich aber sicher, dass das ein Kampf von "David gegen Goliath" wird.

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Leonbergs Bürgermeister Johann Burger hat gegenüber dem BR bestätigt, dass er gegen den Verlauf des Südostlinks klagen wird. Der Ort im Landkreis Tirschenreuth hat zwar nur gut 1.000 Einwohner, trotzdem sei es wichtig seinen Protest kundzutun, sagte Burger: "Mir ist klar, dass das ein Kampf von David gegen Goliath wird". Er sei sich sicher, dass die Gemeinde keine Aussichten haben werde, einen Rechtsstreit tatsächlich zu gewinnen. Ziel sei es jedoch, das Verlegen der Kabel im Boden so lange wie möglich hinauszuzögern.

Wegen Stromtrasse: Lagerhallen-Bau kann nicht begonnen werden

Laut aktuellem Planungsstand soll die Stromtrasse mitten durch den Leonberger Teilort Themenreuth führen. Unter anderem soll sie dort durch ein Privatgrundstück verlaufen, auf dem gerade eine Lagerhalle entstehen soll. Die Baugenehmigung dafür wurde bereits 2017 erteilt. Mit dem Bau kann der Eigentümer wegen der unsicheren Lage im Moment jedoch nicht beginnen. Nach den vorliegenden Plänen des Netzbetreibers TenneT sollen auch etwa 50 Meter neben einem Wohnhaus Kabel verlegt werden.

Keinerlei Kompromissbereitschaft seitens Trassen-Betreiber

Am stärksten ist Bürgermeister Burger davon enttäuscht, dass der Betreiber keinerlei Gesprächsbereitschaft oder Offenheit für Kompromissvorschläge zeige. "Ursprünglich hat es geheißen, man kann über alles reden, und jetzt ist die Ansage plötzlich, die Trasse steht felsenfest", sagt Burger frustriert. Dabei gibt es laut Burger auch in Leonberg Lösungen mit denen er und die Einwohner seiner Gemeinde leben könnten – wie zum Beispiel die Trasse um Themenreuth herum, beziehungsweise entlang der Autobahn verlaufen zu lassen. "Aber das ist denen halt zu teuer, dann machen sie keine so großen Gewinne mehr", sagt der Bürgermeister. Er wirft den Betreibern vor, sich auf dem Rücken der betroffenen Landwirte bereichern zu wollen.

Auch gegen Ungleichbehandlung will sich die Gemeinde wehren

Ein weiterer Punkt den Burger in diesem Zusammenhang kritisiert: Während die Kommunen und privaten Besitzer, durch deren Grundstücke der Südostlink führen wird, eine einmalige Entschädigung erhalten sollen, sollen die Bayerischen Staatsforsten jährliche Zahlungen für die Nutzung ihres Landes erhalten. Auch gegen diese Ungleichbehandlung wollen sich die Leonberger wehren.

Bedenken hinsichtlich der Konsequenzen für Natur

Schließlich sind aber auch die Bedenken hinsichtlich der Konsequenzen für Mensch und Natur entscheidend dafür, dass die kleine Gemeinde sich wehren will: "Was die Kabel im Boden mit dem Erdreich drumrum machen, das kann doch keiner absehen", sagt Burger.

Auch in anderen Orten wird über Klage nachgedacht

Sobald das Planfeststellungsverfahren zum Abschnitt C des Südostlinks abgeschlossen ist, ist es möglich, Klage einzureichen. Das will Burger definitiv tun – die Gemeinde stehe voll hinter ihm, versichert er. Leonberg, das zur Verwaltungsgemeinschaft Mitterteich gehört, will dann in seinem Protest eng mit betroffenen Nachbargemeinden wie Konnersreuth oder Pfreimd zusammenarbeiten. Auch in anderen Orten in der Gegend wird über eine Klage gegen den Südostlink nachgedacht. Der Landkreis Wunsiedel beispielsweise wird am Montag darüber entscheiden, ob er sich mit einer Klage gegen den Trassenverlauf zur Wehr setzen will.