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Lenggries: Eine Skischule kämpft im Corona-Winter ums Überleben | BR24

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Die Skischule Ecki Kober in Lenggries-Wegscheid kooperiert mit etwa 80 Kindergärten und einem Dutzend Schulen aus München und Umgebung. An Hochtagen lernen bis zu 500 Kinder auf der Sonnenseite des Braunecks das Skifahren. Dann kam der Lockdown.

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Lenggries: Eine Skischule kämpft im Corona-Winter ums Überleben

Schon im ersten Lockdown musste Ecki Kober seine Skischule in Lenggries vorzeitig schließen. Um Weihnachten hat der Lockdown für ihn allerdings viel schlimmere Folgen: 30  Prozent seines Jahresumsatzes erwirtschaftet die Skischule in dieser Zeit.

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Von
  • Melanie Roth

Frischer Schnee, Sonne, glückliche Kinder: Es könnte so schön sein am Jaudenhang in Lenggries. Eckhart Kober und sein Sohn Pascal rammen die letzten Pflöcke für den Kinderslalom in den Boden, am Übungshang ihrer Kinderskischule "Ecki Kober". Eigentlich würde es jetzt losgehen. Aber in diesem Jahr ist coronabedingt alles anders. Trotzdem wollen sie die Hoffnung nicht aufgeben. Deshalb bauen sie seit sechs Wochen das Gelände mit den vielen bunten Figuren auf. Ecki Kober hätte es nicht mitansehen können, wenn die Skigebiete geöffnet wären und sie hätten nicht aufgebaut: "Deshalb haben wir gesagt. Wir gehen das Risiko ein. Wenn es klappt, ist es super, und wenn nicht, dann bauen wir wieder ab."

200.000 Euro Umsatzeinbußen nur während der Weihnachtsferien

Seit 45 Jahren betreibt Ecki Kober die Skischule. Vor fünf Jahren ist Sohn Pascal eingestiegen. Nach seiner Promotion in Wirtschaftswissenschaften zog es ihn zurück in die Berge. Normalerweise lebt nicht nur Familie Kober von der Skischule, sondern auch ihre fünf Beschäftigten sowie 85 Skilehrer. Jetzt sind die meisten in Kurzarbeit und die freiberuflichen Skilehrer arbeitslos. Allein durch das ausbleibende Weihnachtsgeschäft fehlen 200.000 Euro Umsatz.

In einem normalen Winter? Normalerweise wäre das Kursprogramm der Skischule "Ecki Kober" für die Wintersaison jetzt bereits weitgehend durchgeplant. Und die Teilnehmer hätten auch schon die Kursgebühren bezahlt. Dieses Jahr ist nun das schwierigste in Ecki Kobers gesamten Geschäftsleben. Seit 45 Jahren hat er die Skischule noch nie so leer gesehen. Sohn Pascal bereut die Rückkehr nach Lenggries nicht, obwohl es jetzt erstmal hart ist: "Wir wissen nicht, wie lange das so weitergeht, wir wissen nicht, ob wir Förderungen bekommen. Das Ganze ist alles sehr fraglich für die Zukunft, wir müssen jetzt einfach sehr sparsam sein."

Die freie Zeit genießen können die Kobers nicht

Monatelang haben die Kobers und ihre Mitarbeiter renoviert, organisiert, Kinderski präpariert und getestet. Für den großen Tag. Auch im Büro steht das Telefon zu dieser Jahreszeit normalerweise nicht still. Jetzt sitzt Sybille Kober ohne ihre Mitarbeiter hier- und verschickt Kunden-Geschenke. Sie hat auch mehr Zeit, um die Enkelkinder zu sehen. Die freie Zeit so richtig genießen, kann sie trotzdem nicht: "Es ist ja unser Geschäft. Wir würden ja gern arbeiten, und dass die Leute kommen. Das ist für uns schon dramatisch."

Die Kinder-Skischule ist bereit

"Villa Lustig" heißt der Kinderskizirkus - doch ohne Kinder ist es für Familie Kober ein trauriger Anblick. Immerhin bleibt ihnen die wunderschöne Natur rund ums Brauneck, schwärmt Ecki Kober: "Das ist unser Leben, ganz tief rein. Den Anblick kann einem niemand nehmen." Und eins ist sicher: Sollte in diesem Winter Skifahren nochmal möglich sein – Familie Kobers Zwergerlschule ist bereit.

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