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Am Bezirkskrankenhaus Lohr wurde die Leitstelle des Krisennetzwerks Unterfranken eröffnet.

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    Leitstelle Krisennetzwerk Unterfranken in Lohr eröffnet

    Jeder Mensch kann in eine seelische Notlage geraten. Gut, wenn man dann weiß, wohin man sich wenden kann. Das Krisennetzwerk Unterfranken hat seine Leitstelle beim Bezirkskrankenhauses Lohr eingerichtet und ist jetzt rund um die Uhr erreichbar.

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    Von
    • Sylvia Schubart-Arand

    Das Krisennetzwerk Unterfranken ist Ansprechpartner für Menschen in seelischen Notlagen. Seine neu geschaffene Leitstelle am Bezirkskrankenhaus Lohr wurde jetzt offiziell eröffnet. Seit Anfang Juli sind dort täglich geschulte Helfer rund um die Uhr im Einsatz. Psychologen, Sozialarbeiter oder auch psychiatrische Krankenschwestern nehmen die Anrufe von Hilfesuchenden entgegen. In dringenden Fällen können sie auch mobile Einsatzteams mit erfahrenen Fachkräften alarmieren, die dann unterfrankenweit Hilfe leisten. Der Bezirk kooperiert dafür eng mit den Trägern der freien Wohlfahrtspflege.

    Seelische Not kann vielfältige Ursachen haben

    Die Gründe sind vielfältig, warum Menschen sofort seelischen Beistand und Hilfe benötigen: Trauerfälle, Existenzängste, Ehekonflikte, Überforderung, Krankheit oder auch Einsamkeit können eine emotionale Krise auslösen. Jeder Mensch kann in eine seelische Notlage geraten – unabhängig von seinem Alter, seinem Geschlecht, seiner Herkunft oder seinem Beruf. Lebensüberdruss sei mehrmals täglich ein Thema am Krisentelefon. Konkrete Selbstmordgedanken kämen aber seltener vor, sagt die ärztliche Leiterin der neuen Einrichtung, Simona Kralik.

    "Krisen richten sich nicht nach einem Stundenplan"

    Nicht immer sei im Krisenfall gleich ein ganzes Einsatzteam notwendig, erklärt die erfahrene Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Oft genüge es bereits, wenn am anderen Ende des Telefons jemand zuhört, mit dem Betroffenen die Situation bespricht und Orientierung gibt. Gerade dieses Erstgespräch sei besonders wichtig. Dabei werde den meisten Menschen bereits geholfen. Deshalb sei es auch so wichtig, dass der Dienst 24 Stunden täglich erreichbar ist. "Krisen richten sich nicht nach einem Stundenplan", so Ärztin Simona Kralik. Der Anruf beim Krisennetzwerk ist kostenlos.

    Viele Anrufe nach der Würzburger Messerattacke

    Das Krisennetzwerk Unterfranken war im März an den Start gegangen – zunächst nur werktags von 8 Uhr bis 23 Uhr. Nun ist es also rund um die Uhr erreichbar. Für die Nachtschichten arbeiten die Unterfranken mit dem Bezirk Schwaben zusammen und wechseln sich wochenweise ab. Das Krisennetzwerk ist schon jetzt ein Erfolgsmodell. In den ersten 100 Tagen erreichten rund 1.100 Anrufe die Leitstelle in Lohr. Extrem belastet war das Team in den Tagen nach der Würzburger Messerattacke vom 25. Juni. Das, so heißt es, sei für die professionellen Helferinnen und Helfer die Bewährungsprobe gewesen.

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