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Symbolbild leeres Klassenzimmer

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    Lehrerverband will Förderung, um Lerndefizite aufzuholen

    Allen Unterrichtsausfällen und Problemen beim Homeschooling zum Trotz: Der Deutsche Lehrerverband spricht sich dafür aus, das laufende Schuljahr nicht als verloren abzuhaken. Es brauche aber schnellstens Förderprogramme, um Lernlücken zu schließen.

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    • BR24 Redaktion

    Trotz des massiven Unterrichtsausfalls wegen der Corona-Einschränkungen gibt der Deutsche Lehrerverband (DL) das laufende Schuljahr nicht verloren. "Abhaken muss man dieses Schuljahr nicht. Das wäre auch eine unzulässige Negierung der großen Anstrengungen und des Engagements von Schülern und Lehrkräften im Distanzunterricht", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der Deutschen Presse-Agentur.

    Zusätzliche Angebote für Schüler schaffen

    Meidinger, der im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn wohnt, will die entstandenen Lücken nicht klein reden. Aber wenn die Politik jetzt endlich handele und ein umfassendes Lernförderprogramm auf den Weg bringe, gebe es eine gute Chance, im nächsten und übernächsten Schuljahr Lerndefizite aufzuholen. Der ehemalige Schulleiter des Robert-Koch-Gymnasiums in Deggendorf nannte Zusatzangebote für Schüler und den Einsatz zusätzlichen Personals, etwa Nachwuchslehrer im Studium oder Pensionäre.

    Mehr Tests und Impfungen

    Bund und Länder verhandeln derzeit über ein solches Programm, das bis zu einer Milliarde Euro kosten könnte. Die SPD-Länder hatten vorgeschlagen, dass etwa jedem fünften der rund elf Millionen Schüler in Deutschland ein Angebot für eine Lernförderung gemacht werden könnte - entweder zwei zusätzliche Stunden pro Woche über ein ganzes Schuljahr oder vier Stunden über ein halbes Schuljahr.

    Mit Blick auf den weiteren Schulbetrieb sagte Meidinger, Öffnungen auch bei höheren Corona-Zahlen seien nur verantwortbar, wenn eine umfassende Testung gewährleistet sei und die Lehrkräfte geimpft seien. Er verwies auf eine "andere Gefährdungslage an Schulen" durch die neuen Virusvarianten.

    Nur tägliche Tests geben Sicherheit

    Bei der in den Ländern anlaufenden Ausweitung von Tests für Schüler und Lehrkräfte sieht der Verband noch mehrere organisatorische Probleme. So sei die Frage der Verbindlichkeit vielfach noch offen und ob die Tests in der Schule oder Zuhause durchgeführt werden sollten. "Im Übrigen ist ein negativer Schnell- oder Selbsttest nur wenige Stunden gültig. Wenn man also wirklich einen genauen Überblick über das Infektionsgeschehen haben will, müsste man täglich testen", sagte Meidinger.

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