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Lehrerverband: Versetzte Schulanfangszeiten nicht die Lösung | BR24

© pa/dpa/Annette Riedl

Kurz vor acht Uhr: In den meisten Schulen herrscht dann Stoßzeit. Das Gedränge ist groß.

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    Lehrerverband: Versetzte Schulanfangszeiten nicht die Lösung

    Im Unterricht müssen sie Abstand halten, in den Bussen stehen die Schüler dann dicht an dicht: Als Lösung wird gern die Entzerrung des Schülerverkehrs durch versetzte Anfangszeiten genannt. Dem widerspricht Lehrerverbandspräsident Meidinger.

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    • BR24 Redaktion

    Versetzte Schulzeiten zur Entzerrung des Schülerverkehrs und damit zur Senkung der Infektionsgefahr beurteilt der Deutsche Lehrerverband skeptisch. Eine entsprechende Forderung hatte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) erhoben. "Das stößt sehr schnell an Grenzen", sagte hingegen Heinz-Peter Meidinger, der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes und frühere Direktor des Robert-Koch-Gymnasiums in Deggendorf.

    Dies habe mehrere Gründe. Das Hauptargument aber sei: "Da ist dann zwar vielleicht ein bisschen weniger los in den Bussen und in den Pausen, aber am Grundproblem ändert sich nichts. Und das Grundproblem ist die volle Klasse. In der Schule haben sie trotzdem die vollen Klassenzimmer."

    Praktisch nicht umsetzbar

    Auch auf einer ganz praktischen Ebene sei der Vorschlag, die Anfangszeiten des Unterrichts zu staffeln, vielerorts nicht umsetzbar. Zum einen beförderten die Schulbusse in vielen Landkreisen zugleich Berufspendler. Doch selbst wo es reine Schulbusse gebe, würden die Fahrzeuge außerhalb der Standard-Zeiten bereits zu anderen Zwecken eingesetzt, "so dass zusätzliche Kapazitäten wenn dann nur in einzelnen Regionen, aber nicht flächendeckend realisiert werden können". Auch würden versetzte Zeiten neue Probleme etwa bei der Mittagsverpflegung bereiten, die dann ebenfalls zeitlich ausgedehnt werden müsste.

    Klassen halbieren ist wirksamer

    Dagegen setzen im Kampf gegen überfüllte Schulbusse erste Städte in Schleswig-Holstein jetzt auf eine Entzerrung der Schulanfangszeiten. In Flensburg etwa haben sich 15 weiterführende Schulen bereits im September auf gestaffelte Schulanfangszeiten verständigt. Nach langem Zögern will jetzt auch Lübeck einen Runden Tisch dazu einrichten.

    Meidingers Gegenvorschlag dazu: "Wenn man wirklich bei stark steigenden Infektionszahlen wirksamen Gesundheitsschutz machen möchte, muss man tatsächlich wieder in den Wechselbetrieb gehen, das heißt, Klassen halbieren und die eine Hälfte in der einen Woche oder am einen Tag und die andere Hälfte in der anderen Woche oder am anderen Tag in der Schule unterrichten."

    Fehlende Reaktion "grob fahrlässig"

    Den jetzigen Kurs der Politik kritisierte Meidinger: "Nichts zu tun und die Schulen auf Teufel komm raus offen zu halten, das versteht keiner mehr." Die vorhandenen Stufenpläne müssten mit verbindlichen Inzidenz-Grenzwerten hinterlegt werden. "Bloß zu sagen: Wir haben einen Stufenplan, und egal welche Werte erreicht werden, wir handeln nicht - das ist grob fahrlässig."

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