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Symbolbild Corona und Schule

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    Lehrerverband kritisiert "katastrophales Krisenmanagement"

    Zum letzten Präsenz-Schultag in diesem Jahr gibt es heute schlechte Noten für die Landesregierungen und Schulministerien. Lehrerverbandspräsident Meidinger spricht von "teilweise katastrophalem Krisenmanagement" in der Corona-Pandemie.

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    • BR24 Redaktion

    Heinz-Peter Meidinger, der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, wirft den Landesregierungen und Schulministerien in der Corona-Pandemie ein "teilweise katastrophales Krisenmanagement" vor.

    Man habe es versäumt, sich auf eine neue Phase des Wechselunterrichts vorzubereiten, etwa durch mehr Tempo bei der digitalen Modernisierung der Schulen, sagte Meidinger der Passauer Neuen Presse (Dienstag). "Das rächt sich jetzt."

    Oft fehlt schnelles Internet

    "Bei der Versorgung der Schulen mit schnellem Internet stehen wir nicht viel besser da als im März diesen Jahres. Und schnelles Internet ist die Grundvoraussetzung dafür, dass Videokonferenzsysteme funktionieren", sagte Meidinger, der im Landkreis Rottal-Inn wohnt. "Wir fordern von der Politik die Vorlage eines Gesamtkonzepts, wie in Pandemie-Zeiten die Bildungsqualität und die Zukunftschancen unserer Kinder und Jugendlichen gesichert werden können."

    Noch im November hatte auch die Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien in einem Brandbrief an Kultusminister Piazolo beklagt, dass an den Schulen "digitales Chaos" herrsche. Den Schulen fehle auch der technische Support.

    Distanzunterricht nur für Abschlussklassen

    Online-Unterricht via Video ist vor Weihnachten allerdings großteils abgeblasen: Distanzunterricht wird es in Bayern ab Mittwoch im Wesentlichen nur für Abschlussklassen oder berufliche Schulen geben. Sie sollen bis zum letzten Schultag vor den Ferien (18. Dezember) von ihren Lehrern unterrichtet werden.

    Für alle anderen ist "Distanzlernen" geplant, das laut Kultusminister Michael Piazolo schulart- und altersspezifisch flexibel zu gestalten sei. Die Schülerinnen und Schüler bekommen also lediglich Aufgaben, die den Stoff zuhause vertiefen. Die Staatsregierung werde entsprechende Kontakt- und Feedbackmöglichkeiten für alle Schüler und Eltern schaffen, teilte das Kultusministerium mit.

    Aus der Landtags-Opposition kam Kritik: Max Deisenhofer, der bildungspolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, spricht von einer Kapitulation des Kultusministers.

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