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Leeres Klassenzimmer in einer Schule.

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Lehrerverbände: Faschingsferien verschieben statt streichen

Die Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Lehrerverbände hat sich gegen die Streichung der Faschingsferien ausgesprochen und plädiert für eine Verschiebung. Zuvor stieg die Zahl der Unterschriften mehrerer Petitionen gegen die Ferien-Absage auf 75.000.

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  • BR24 Redaktion

Die Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Lehrerverbände (abl) hat sich gegen die Streichung der Faschingsferien ausgesprochen und für eine Verschiebung plädiert. "Angesichts eines drohenden Mega-Lockdowns wird die Entscheidung, die Winterferien zu streichen, für die Vertreter aller Schularten immer fragwürdiger", teilten Realschullehrerverband, Philologenverband und Katholische Erziehergemeinschaft am Freitag gemeinsam mit. "Eine rechtliche Prüfung wird nicht ausgeschlossen."

Statt einer Streichung solle eine Verschiebung etwa an das derzeit geplante Ende des Distanzunterrichts geprüft werden. Sollte der Distanzunterricht noch länger dauern, sei eine Pause Mitte Februar umso wichtiger, betonten die Lehrervertreter. "Der Bayerische Landtag hat die Winterferien 2002 eingeführt mit der Begründung, dass sich in der längsten Unterrichtsphase durch die Ferien eine kleine, aber pädagogisch sinnvolle Erholungspause ergibt, die den Schülern die Gelegenheit gibt, neue Kraft zu schöpfen und Lücken zu schließen", argumentierte abl-Vorsitzender Pankraz Männlein. "Und jetzt streicht die Politik diese Ferien mitten in der Pandemie, in dieser besonders anstrengenden und kräftezehrenden Zeit."

Schüler und Lehrer rennen teils Sturm gegen Ferien-Absage

Der Widerstand ist auch von den Betroffenen selbst geäußert worden. Seit Bekanntwerden der Ferienabsage wurden mehrere Petitionen im Internet gestartet. Bis Donnerstag wurden davon weit mehr als 75.000 Mal unterzeichnet. Mit den Abstimmungen im Internet verlangen Schüler und Lehrer, dass die Streichung der Ferienwoche rückgängig gemacht werden soll.

Ursprünglich sollten vom 15. bis 19. Februar Schulferien sein. Das bayerische Kultusministerium will nun in der Zeit die Beeinträchtigungen des Unterrichts durch die Corona-Pandemie ausgleichen. Im Idealfall, so der derzeitige Plan der bayerischen Staatsregierung, soll dann in der eigentlichen Ferienwoche Präsenzunterricht an den Schulen stattfinden.

Keine Einheitlichkeit: Unterschiedliche Plattformen mit mehreren Petitionen

Auf dem weltweiten Kampagnen-Netzwerk Avaaz hatten bis Donnerstag mehr als 36 000 Unterstützer eine Petition unterzeichnet, die Initiatoren wollen 50.000 Unterschriften erreichen. Eine weitere Initiative auf der Plattform Openpetition hatte mit mehr als 22.000 Unterstützern die Zielmarke von 24 000 fast erreicht.

Lehrergewerkschaft fordert Ferien und Anpassung der Prüfungen

Auch die Lehrergewerkschaft GEW hat auf dieser Seite eine Petition gestartet, die nach einem Tag schon von mehr als 17.000 Menschen unterzeichnet worden war. Die Gewerkschaft weist darauf hin, dass in der Pandemie Kinder, Eltern und Lehrer unter Druck stünden und elf Wochen ununterbrochener Schulbetrieb belastend sei.

"Eine Woche zusätzlicher Unterricht, egal ob in Distanz oder in Präsenz, kann nicht mehr darüber hinwegtäuschen, dass dieses Schuljahr kein normales Schuljahr ist", teilte die GEW mit. "Anstatt Ferien zu streichen, sollten Prüfungen und Übertritt angepasst werden."

Notfallabitur wird seitens der Kultusministerkonferenz abgelehnt

Genau dagegen hatte sich zu Wochenbeginn die neue Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Britta Ernst (SPD), ausgesprochen. Sie will Abiturienten trotz der Pandemie einen vollwertigen Schulabschluss ermöglichen. "Wir werden uns innerhalb der KMK mit allen Bundesländern austauschen, wie wir unter Beibehaltung unserer gemeinsamen Standards das Abitur auch unter diesen Rahmenbedingungen gerecht durchführen können. Ein Notabitur hätte fatale Folgen. Wir brauchen eine gleichwertige Hochschulzugangsberechtigung."

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Die Corona-bedingten Schulschließungen sorgen vor allem in den Abschlussklassen für Unmut. Lehrer, Eltern und Schüler sorgen sich wegen der großen Unsicherheit, ob unter den gegebenen Umständen faire Prüfungen möglich sind.

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