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Lehrermangel: Situation an Gymnasien angespannt | BR24

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Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft spricht von dramatischem Lehrermangel. Aus dem Kultusministerium heißt es: Kein Grund zur Sorge. Der Vorsitzende der Bayerischen Direktorenvereinigung sieht Probleme auch auf Gymnasien in Bayern zukommen.

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Lehrermangel: Situation an Gymnasien angespannt

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft spricht von dramatischem Lehrermangel. Aus dem Kultusministerium heißt es: Kein Grund zur Sorge. Der Vorsitzende der Bayerischen Direktorenvereinigung sieht Probleme auch auf Gymnasien in Bayern zukommen.

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Der Lehrermangel, der bereits an Grund- und Mittelschulen in Bayern zu spüren ist, wird sich bald auch an Gymnasien bemerkbar machen, sagt Walter Baier, Vorsitzender der Bayerischen Direktorenvereinigung, im Interview mit der Bayern 2-radioWelt:

In ein paar Jahren, wenn das Gymnasium in die Endphase des G9 kommt, dann braucht auch das Gymnasium Tausende neuer Lehrer. Ich bin mir nicht sicher, ob diese dann auch zur Verfügung stehen. Walter Baier, Bayerische Direktorenvereinigung

Baier fügt hinzu:

Jetzt müssten deutlich mehr ein Lehramtsstudium beginnen, aber das Gegenteil ist der Fall. Es gibt weniger Referendare. (...) Die Situation ist fatal, wenn man weiterdenkt. Die einzige Chance, die man jetzt hat, um den Effekt abzumildern, ist, die Lehrer mit sehr, sehr guten Noten, die derzeit nicht eingestellt werden, möglichst im System zu binden. Walter Baier, Bayerische Direktorenvereinigung

Personal an bayerischen Gymnasium "knapp kalkuliert"

Derzeit kann der Unterricht an bayerischen Gymnasien stattfinden - doch das Personal sei knapp kalkuliert. Beim ersten Ausfall durch Mutterschutz, Elternzeiten oder Krankheiten gebe es Probleme, im laufenden Schuljahr Ersatz zu finden. Zwar gebe es genügend Lehrer auf der Warteliste. "Aber die sitzen nicht zu Hause und warten auf einen Anruf, um irgendwo auszuhelfen, sondern die haben alle irgendeinen Job", sagt Baier. Deswegen müssten die Gymnasien selbst schauen, wie sie die Löcher stopfen.

Es gebe glücklicherweise eine Art "integrierter Lehrer-Reserve", mit der kleinere Ausfälle kompensiert werden könnten. Wenn aber "zwei, drei Fälle" zusammenkämen, dann werde es auch am Gymnasium schwierig. "Obwohl es uns besser geht als an den Grundschulen."

Kultusministerkonferenz hat steigende Schülerzahl unterschätzt

Laut einer aktuellen Bertelsmann-Stiftung droht ein Lehrermangel an Grundschulen. Bis 2025 fehlen laut der Bertelsmann-Studie 11.000 Grundschullehrkräfte mehr als im vergangenen Jahr von der Kultusministerkonferenz prognostiziert. Für Bayern ist die Prognose jedoch vergleichsweise gut.

Grund für die Lücke sind stark gestiegene Schülerzahlen. Die Kultusministerkonferenz hatte mit viel weniger Schülern gerechnet. Mehr Schüler bedeuten auch mehr Lehrer.

Bayerisches Kabinett berät über Schulpolitik

Pünktlich zum Schulstart befasst sich heute auch das bayerische Kabinett mit der Unterrichtsversorgung im Freistaat. Das Kultusministerium ist zufrieden, aber beim Lehrerverband sieht man die Lage deutlich skeptischer.