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Lehrermangel: Protest gegen Piazolos Pläne für Mehrarbeit | BR24

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Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband hatte heute zu Protesten gegen Pläne von Kultusminister Piazolo aufgerufen. Diese sehen vor, dass Grund-, Mittel- und Förderschullehrer ab kommenden Schuljahr mehr arbeiten. Wie soll das funktionieren?

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Lehrermangel: Protest gegen Piazolos Pläne für Mehrarbeit

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband hatte heute zu Protesten gegen Pläne von Kultusminister Piazolo aufgerufen. Diese sehen ab dem kommenden Schuljahr Mehrarbeit für Grund-, Mittel- und Förderschullehrer vor. Wie sehen die Pläne aus?

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In Nürnberg war der Protest von rund 2.000 demonstrierenden Lehrern an diesem Freitag deutlich hörbar. Sie protestierten gegen die geplanten Maßnahmen von Kultusminister Michael Piazolo. Dieser hält dagegen, ihm gehe es darum, den Unterricht für das kommende Schuljahr sicherzustellen.

1.400 fehlende Lehrer stellen den Freistaat vor organisatorische Probleme

Für den Lehrerberuf an Grund-, Mittel- und Förderschulen interessieren sich zu wenig junge Menschen. Für September diesen Jahres, also zum Schuljahresstart, fehlen laut Ministerium Pädagogen für 1.400 Vollzeitstellen. Also müssen die, die schon an den Schulen arbeiten, einspringen.

Dafür plant Piazolo vier Maßnahmen. Erstens ein sogenanntes Arbeitszeitkonto: Eine Stunde mehr Unterrichtszeit für Grundschullehrer:

"Jetzt eine Stunde mehr, in den nächsten fünf Jahren, vom Grundsatz her, dann eine Phase von zwei oder drei Jahren mit den jetzigen 28 Stunden, und dann 27." Kultusminister Michael Piazolo

Zu den je 45 Minuten Unterricht kommen noch Vor- und Nachbereitung dazu, die zusätzliche Arbeitszeit ist also praktisch doppelt so lang.

Arbeitszeitkonto für Lehrer als mittelfristige Lösung in den kommenden Jahren

Das Modell eines Arbeitszeitkontos ist an sich nichts Neues. Auch bei anderen Schularten gab es das schon, erinnert sich Jürgen Böhm, Präsident des Bayerischen Realschullehrerverbands.

"Die Kollegen haben das Arbeitszeitkonto umgesetzt und wir haben alle Stunden zurückbekommen. Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, da kann man einen überschaubaren Zeitraum damit abdecken.“ Jürgen Böhm, Präsident des Bayerischen Realschullehrerverband

Es werde auch nicht alle Grundschullehrer treffen, sondern ab September zunächst erstmal knapp 15 Prozent, so Piazolo. Dazu kommen weitere Maßnahmen, die auch an Mittel- und Förderschulen greifen. Sabbatjahre sollen gestrichen werden. Die Regeln für einen vorzeitigen Ruhestand werden verschärft und schließlich sollen Lehrer, die bislang in Teilzeit arbeiten, aufstocken.

"Es ist nicht die familienpolitische Teilzeit, das ist bei weitem der größte Anteil, es ist auch nicht die Elternteilzeit, all das ist im Gesetz geregelt." Kultusminister Michael Piazolo

Mehr Arbeit und mehr Entlastung - so Piazolos Versprechen

Aber es gibt eben auch einige Lehrer, die in sogenannter Antragsteilzeit arbeiten. Sie sollen jetzt in die Pflicht genommen werden. Im Gegenzug wird es dafür eine Reihe von Entlastungen geben, verspricht Piazolo: Beispielsweise mehr Sekretärinnen für die Verwaltung. Außerdem: Schlankere Zeugnisse und weniger Proben in der vierten Jahrgangsstufe. In Summe heißt das: Etwas weniger Arbeit. Als "Zuckerl" obendrauf soll es mehr Beförderungen für Grund- und Mittelschullehrer geben.

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