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Lehrer wollen in Augsburg gegen "Piazolo-Paket" demonstrieren | BR24

© BR/Susanne Hofmann

Am Vormittag geben sie die Zwischenzeugnisse aus, am Nachmittag wollen sie protestieren: Lehrer in Schwaben wehren sich gegen das Vorhaben von Kultusminister Piazolo. Seine Maßnahmen gegen den Lehrermangel kommen bei den Pädagogen nicht gut an.

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Lehrer wollen in Augsburg gegen "Piazolo-Paket" demonstrieren

Am Vormittag geben sie die Zwischenzeugnisse aus, am Nachmittag wollen sie protestieren: Lehrer in Schwaben wehren sich gegen das Vorhaben von Kultusminister Piazolo. Seine Maßnahmen gegen den Lehrermangel kommen bei den Pädagogen nicht gut an.

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Eine Stunde Mehrarbeit pro Woche, Ruhestand erst mit 65 und kein Sabbatjahr mehr: Mit solchen Maßnahmen will Kultusminister Michael Piazolo von den Freien Wählern den Lehrermangel an Grund- und Mittelschulen bekämpfen. Seit Wochen schon regt sich dagegen Protest.

Lehrer-Demo in der Augsburger Innenstadt

Der Kreisverband Augsburg der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ruft die Lehrerinnen und Lehrer in Schwaben nun zu einer Demonstration auf. Um 16 Uhr sollen sich die Pädagogen am Augsburger Moritzplatz treffen. Die Abschlusskundgebung ist für 17 Uhr am Rathausplatz geplant.

Kritik an Piazolos Maßnahmen

Die GEW Augsburg ist der Meinung, dass das sogenannte "Piazolo-Paket" für die Lehrkräfte eine weitere Verschlechterung der Arbeitsplatzbedingungen bedeutet. Zentrale Kritikpunkte sind die erhöhte Stundenzahl ohne Bezahlung, die Einschränkung der Teilzeitmöglichkeiten und die Verlegung des Ruhestandsbeginns.

BLLV lädt zu Protestveranstaltung

Auch der Bayerische Lehrerinnen- und Lehrerverband (BLLV) ist mit Piazolos Plänen nicht einverstanden. Unter dem Motto "So nicht!" lädt er am Nachmittag zu einer Protestveranstaltung in den Augsburger Annahof. Sprechen werden die Landesverbandsvorsitzende Simone Fleischmann und die Vorsitzende des BLLV Schwaben, Gertrud Nigg-Klee. Bei einer anschließenden Podiumsdiskussion sollen auch mehrere Landtagsabgeordnete zu Wort kommen, nämlich Simone Strohmayr (SPD), Johann Häusler (FW), Wolfgang Fackler (CSU) und Max Deisenhofer (Grüne). Laut BLLV werden sich auch die GEW und die Katholische Erziehergemeinschaft KEG der Protestaktion anschließen.

Fehlende Wertschätzung

Dem BLLV Schwaben fehlt im Maßnahmenkatalog des Kultusministers die Wertschätzung, so Geschäftsführer Christian Gerhard. Im Gespräch mit dem BR-Studio Schaben sagte er, der Beruf habe sich in den letzten Jahrzehnten zu einem sehr fordernden entwickelt. Das gilt seinen Worten nach insbesondere für Mittelschullehrer. Die Pädagogen müssten Inklusionskinder sowie Mädchen und Jungen ohne Deutschkenntnisse beschulen.

Lehrer am Rande der Verzweiflung

Die zunehmende Arbeitsbelastung sei auch der Grund, weshalb viele Kollegen auch nach dem Ende der Familienteilzeit weiter in Teilzeit arbeiteten. Das Paket von Michael Piazolo sieht aber vor, dass Grund- und Mittelschullehrer ihre Stundenzahl künftig um maximal 20 Prozent auf 24 Stunden (an Mittelschulen) bzw. 25 Stunden (an Grundschulen) reduzieren können. Diese Aussicht treibe viele Kollegen an den Rand der Verzweiflung, so BLLV-Schwaben-Geschäftsführer Gerhard.