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"Leg' auf!": Polizei startet Kampagne gegen Callcenter-Betrug | BR24

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Eigentlich sollte sie jeder kennen: Die Tricks mit den falschen Enkeln! Oder den falschen Polizisten! Oder den falschen Bankangestellten! Leider aber fallen immer wieder Menschen auf Betrüger am Telefon herein ...

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"Leg' auf!": Polizei startet Kampagne gegen Callcenter-Betrug

Mit der Präventionskampagne "Leg' auf!" will das Polizeipräsidium Unterfranken für das Thema Callcenter-Betrug sensibilisieren. Vor allem ältere Menschen sollen informiert werden – zum Beispiel über den Enkeltrickbetrug.

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Von
  • Florian Schwegler

Meist sind die Anrufer anonym und setzen die Betroffenen enorm unter Druck. Die Bandbreite reicht vom bekannten Enkeltrickbetrug bis hin zu Anrufern, die sich als Polizisten oder als jemand von der Staatsanwaltschaft ausgeben. Durch Callcenter-Betrug entsteht nicht nur finanzieller Schaden. Die Betroffenen haben laut Polizei auch mit psychischen Folgen zu kämpfen. Mit der Präventionskampagne "Leg' auf" will das Polizeipräsidium Unterfranken nun auf das Thema Callcenter-Betrug aufmerksam machen.

Millionenschaden und hohe Dunkelziffer bei Callcenter-Betrug

Allein im vergangenen Jahr gab es in Unterfranken mehr als 2.300 Fälle von Callcenter-Betrug, der Schaden liegt in Millionenhöhe. Die Dunkelziffer sei hoch, denn viele Betroffene würden sich nicht an die Polizei wenden, sagt Enrico Ball vom Polizeipräsidium Unterfranken. Das Ziel der neuen Kampagne laut Polizei: insbesondere ältere Menschen und deren Angehörige zum Beispiel über den Enkeltrickbetrug und über falsche Polizeibeamte informieren, sensibilisieren und ihnen Verhaltenstipps geben.

Betrüger sitzen oft im Ausland

"Die meisten Anrufe kommen aus Callcentern in der Türkei oder aus Osteuropa. Dort sitzen dann auch diejenigen, die die Fäden ziehen. Die Leute, die das Geld dann abholen, wissen oft gar nicht, dass sie etwas Verbotenes entgegennehmen", sagt Polizeisprecher Ball. Diese Umstände würden Ermittlungen in solchen Fällen enorm erschweren.

Verhaltenstipps der unterfränkischen Polizei

Aber wie soll ich mich verhalten, wenn mir bei einem Anruf etwas seltsam vorkommt? Die unterfränkische Polizei weist darauf hin, dass ein gesundes Misstrauen keine Unhöflichkeit sei. Auch bei Verwandten, die sofortige finanzielle Hilfe fordern, sollte man misstrauisch sein. Wenn der Anrufer Druck macht, dann sei das Teil der Masche. Die echte Polizei fordere kein Vermögen ein. Außerdem sollte man laut Polizei kein Geld oder keinen Schmuck an unbekannte Personen übergeben. Die Polizei empfiehlt: "Im Zweifel auflegen und die Polizei anrufen!"

Beratung der Polizei in Unterfranken:

  • Aschaffenburg: 06021/857 -1830 und -1832
  • Würzburg: 0931/457 -1830 und -1831
  • Schweinfurt: 09721/202 -1835 und -1836

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