Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Nürnberg: Leere Tanks und alte Hallen: bald ein neuer Stadtteil | BR24

© BR

Auf dem Gelände der ehemaligen Bundesmonopolverwaltung für Branntwein sollen die Wohnungen entstehen

Per Mail sharen
  • Artikel mit Bildergalerie
  • Artikel mit Video-Inhalten

Nürnberg: Leere Tanks und alte Hallen: bald ein neuer Stadtteil

Auf dem Gelände der ehemaligen Bundesmonopolverwaltung für Branntwein in Nürnberg wurden mehr als 80 Jahre lang Spiritus und Industriealkohol hergestellt. Jetzt sollen dort Sozialwohnungen entstehen. Ein Rundgang über das Gelände.

Per Mail sharen

Das Gelände im Osten der Stadt liegt brach. Seit fünf Jahren wird hier nicht mehr produziert. Die Fabrikhalle der Bundesmonopolverwaltung ist fast ausgeräumt. Am Eingang ein Warnschild. Explosionsgefahr. Rauchen, offenes Licht und Feuer verboten. Im Innern steht noch ein Pult, von dem aus Maschinen gesteuert wurden. Auch hier: alle Schalter explosionsgeschützt.

Hochexplosive Flüssigkeiten

Mehr als achtzig Jahre lang hantierten die Arbeiter in der Bundesmonopolverwaltung für Branntwein hier mit hochexplosiven Flüssigkeiten. Sie verarbeiteten Agraralkohol unter anderem zu Spiritus und Grundstoffen für die chemische Industrie. Das Ende des Branntweinmonopols bedeutete auch das Aus für den Staatsbetrieb.

Günstiger Grund für bezahlbaren Wohnraum

Jetzt hat der Bund das Gelände verkauft. Voraussetzung war, dass sozialgeförderte Wohnungen entstehen. Den Zuschlag erhielt die städtische Nürnberger Wohnungsbaugesellschaft WBG. Sie bekommt den Grund günstiger, weil sie bezahlbaren Wohnraum schafft, sagt Geschäftsführer Ralf Schekira.

"Vor dem Hintergrund, dass hier 180 geförderte Wohnungen am Standort entstehen sollen, ist dann eine Verbilligung, ein Abschlag auf den Grundstückspreis angerechnet worden." Ralf Schekira, wbg Nürnberg

Rund 25.000 Quadratmeter groß ist das Grundstück mit den alten Fabrikhallen und den charakteristischen Branntweintanks. Jeder von ihnen fasst knapp eine Million Liter. Sie werden nicht mehr gebraucht. Und auch die alten Hallen werden verschwinden, sagt WBG-Chef Schekira.

"Wir gehen gegenwärtig von einem Abriss der gesamten Gebäude aus. Wir werden natürlich sorgfältig prüfen ob wir im Interesse dieses ehemaligen Gewerbes noch etwas in die neue Bebauung integrieren können." Ralf Schekira, wbg Nürnberg

Es sollen 180 sozial geförderte Wohnungen entstehen. Bezahlbarer Wohnraum für viele. So wird beispielsweise auch noch eine Familie mit zwei Kindern und einem Jahreseinkommen von 60.000 Euro in den Genuss der vergünstigten Mieten kommen. Außerdem plant die WBG noch weitere freifinanzierte Wohnungen, bei denen die Miete dann teurer sein wird. Es wird also ein kleiner Stadtteil mit rund 250 Wohnungen entstehen.

Einzug der ersten Mieter für 2025 geplant

Der Abriss soll im nächsten Jahr beginnen. Bei den Planungen für das Wohnquartier auf dem Branntweingelände wird die Bevölkerung beteiligt. Die WBG hofft, dass die ersten Mieter im Jahr 2025 einziehen können.