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Leere Hallen: Nürnberger Messe hofft auf Neubeginn im Herbst | BR24

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Gebäude der NürnbergMesse

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    Leere Hallen: Nürnberger Messe hofft auf Neubeginn im Herbst

    Die Nürnberger Messegesellschaft profitiert nicht von den Corona-Lockerungen. Messen und Kongresse dürfen nicht stattfinden. Wie könnte ein Hygiene-Konzept für einen Neubeginn im Herbst aussehen?

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    Von
    • Tanja Oppelt

    Die BioFach, die Weltleitmesse für Bio-Produkte, war im Februar die letzte große Messe auf dem riesigen Nürnberger Messegelände. Seitdem herrscht Leere in den Hallen und auf den Freiflächen. Die Messegesellschaft holt in dieser Woche zumindest mal die Mitarbeiter nach und nach aus dem Homeoffice zurück. Am Eingang bekommt jeder eine Stoffmaske überreicht – in einem fröhlichen Orange, der Farbe des Unternehmens.

    Kunden wollen sich treffen

    Zunächst konzipieren die Mitarbeiter nur Online-Kongresse und entwickeln Hygiene-Konzepte, denn Messen und Kongresse dürfen nach wie vor nicht stattfinden. Die Kunden melden sich jetzt häufiger bei Messe-Geschäftsführer Peter Ottmann. "Sie wollen sich wieder treffen", sagt Ottmann, Videokonferenzen seien kein Ersatz für eine Messe, bei der man Produkte sehen und anfassen kann.

    Neustart vielleicht im Herbst

    Wenn alles gut läuft, könnten ab Herbst wieder Messen in Nürnberg stattfinden. Die erste wäre die GaLaBau im September, eine Fachmesse für den Garten- und Landschaftsbau. Die Messe finde unter anderem auf einem großen Außengelände statt, sagt Geschäftsführer Ottmann. Die Abstandsregelungen seien da gut umsetzbar. Ottmann hofft auf technologische Durchbrüche bis zum Herbst: Auf Corona-Schnelltests und die angekündigte Tracing-App. Er kann sich auch vorstellen, Messebesuchern spezielle Zeitfenster zuzuordnen, damit nicht alle gleichzeitig kommen.

    Wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region

    Auch das Hotel- und Gaststättengewerbe in Nürnberg und Umgebung schaut begierig auf die Messe. Denn sie ist ein enormer Wirtschaftsfaktor. Die Stadt Nürnberg verzeichnet 3,6 Millionen Übernachtungen pro Jahr. Jede dritte davon geht laut Nürnberger Tourismus-Zentrale auf einen Messebesucher zurück. Außerdem hingen enorme Lieferketten an der Messe, so die Geschäftsführerin der Tourismus-Zentrale Yvonne Coulin: Sanitär- und Reparaturbetriebe, Bäcker, Metzger, Messebauer und viele mehr. Für einige ist die Situation prekär.

    "Kein Pleitegeier" über der Messe

    Die Nürnberger Messegesellschaft selbst ist sich sicher, die Krise zu überstehen. "Über uns kreist kein Pleitegeier", sagt Geschäftsführer Ottmann. Das Unternehmen habe ein goldenes Messejahrzehnt hinter sich und könne noch weiter durchhalten. Trotzdem ist ein wichtiges Bauvorhaben verschoben worden. Das Kongresszentrum "NCC Süd" gibt es weiter nur als Zeichnung – ein auffälliger Bau, der an einen riesigen Walfisch erinnert. Nun sei nicht die Zeit für diese Investition in Höhe von 300 Millionen Euro, sagt Peter Ottmann. Der Geschäftsführer macht sich nichts vor. Bis das Messegeschäft wieder normal läuft, wird es mehrere Jahre dauern.

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