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Auf dem LED-Cube aus Kempten können vier Spieler gleichzeitig antreten
© BR/Viktoria Wagensommer

Autoren

Roswitha Polaschek
Viktoria Wagensommer
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Auf dem LED-Cube aus Kempten können vier Spieler gleichzeitig antreten

Ein Würfel aus etwa 15 mal 15 Zentimeter großen Bildschirmen steht auf einem Tisch. Er leuchtet in bunt wechselnden Farben, er zieht die Blicke auf sich. Schnell finden sich an der Hochschule Kempten ein paar junge Erwachsene, die ihn testen wollen. Der Entwickler und Informatikstudent Adrian Kaul gibt ihnen kleine Controller in die Hand und erklärt das Spiel: „Ziel ist es, den Ball immer so zu reflektieren, dass man möglichst viele Blöcke auf der Oberseite auflösen kann.“

Das Computerspiel der Kemptener sorgt für viel Bewegung

Manolito Seefried ist von dem Würfel gefesselt, er springt um ihn herum, denn sein Ball kann auf mehreren Seiten des Würfels umherfliegen und er kann sogar dem Ball seines Gegenspielers in die Quere kommen.

Faszination Licht - so entstand die Idee zum LED-Cube

Adrian Kaul freut sich, dass das Spiel so gut ankommt. Der 26-Jährige hatte die Idee dazu: „Ich hab so ein Display irgendwo gesehen und das war einfach faszinierend diese LEDs. Und ich habe dann tatsächlich in der Nacht noch sechs von diesen Panels noch bestellt, um letztendlich diesen Würfel aufzubauen.“

Ein Computerspiel - gebaut mit Hilfe eines Mechatronikers

Auf dem Würfel leuchten insgesamt über 24.000 helle LED-Lämpchen, die ganze Technik ist im Innern verborgen. Um das hinzubekommen, hat Adrian Kaul seinen Freund Hannes Vatter um Hilfe gebeten. Der 32-jährige Mechatroniker hat eine Fräse und einen 3D-Drucker im Keller stehen:

„Solche Teile gibt es nicht. Das ist ein kompletter Prototyp gewesen, von Anfang an. Also die Entwicklung hat von null begonnen. Und deswegen mussten wir alles selber entwickeln.“ Hannes Vatter, Mechatroniker

Computerspiel bauen - statt Freizeit

Etliche Versuche waren nötig, acht Monate lang haben die beiden fast ihre ganze Freizeit geopfert. Parallel hat Adrian Kaul an der Hochschule seine Bachelorarbeit über den Würfel geschrieben und ein Spiel entwickelt. Das durften sie dann auf dem Stand der Hochschule auf der Messe Gamescom vorstellen – nicht ohne Hindernisse:

„Kurz vor der Gamescom war das Problem, das wir da drin ein paar tragende Teile auf 3D gedruckt haben, die von der Hitze, die da drin entsteht, sich verformt haben.“ Adrian Kaul, Erfinder des LED-Cubes

Mit Nachtschichten an der Fräse haben die beiden die Würfel dann aber noch rechtzeitig fertig bekommen. Eine Stunde vor Abgabeschluss haben sie ihre Unterlagen bei einem Wettbewerb auf der Gamescom eingereicht und prompt den Best of Campus Award gewonnen.

Ein sehr teures Game - Geld machen kann man damit trotzdem

Um den Würfel für Computerspieler auf den Markt zu bringen, dazu sind die Bauteile zu teuer, sagen die beiden. Es gibt aber eine andere Chance, mit dem Würfel Geld zu verdienen: „Wir haben viele Anfragen von Leuten, die auf Messen fahren, weil es einfach ein unglaublicher Blickfang ist. Und das hat man eben auf der Gamescom auch ganz gut gesehen, dass es einfach Leute anzieht.“ Buben, Mädchen, jung und alt – dem Reiz von über 24.000 LED-Lämpchen kann sich eben kaum einer entziehen.

Autoren

Roswitha Polaschek
Viktoria Wagensommer

Sendung

Mittags in Schwaben vom 11.10.2018 - 12:05 Uhr