BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Lebhafte Diskussion um E-Bikes im Gebirge | BR24

© pa / dpa / Wolfram Steinberg

Eine Frau fährt auf einem E-Mountainbike vor einem Wanderer einen Berg herunter

1
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Lebhafte Diskussion um E-Bikes im Gebirge

Die trendigen E-Bikes sind gerade in den Bergen immer öfter zu sehen. Sind zu viele E-Bikes schädlich für die Umwelt und eine Gefahr für Wanderer? Oder ist der Trend kein Problem, wenn sich alle an Spielregeln halten? Unsere User diskutieren eifrig.

1
Per Mail sharen
Teilen

Dass E-Bikes voll im Trend liegen, belegen die Zahlen: Allein im vergangenen Jahr wurden 250.000 elektrisch unterstützte Mountainbikes in Deutschland verkauft - das waren mehr Bergfahrräder mit Motor als ohne. Die zahlreichen Kommentare auf br24.de zeigen: das Thema bewegt viele. Vor allem gibt es Diskussionen um die Schäden, die Bergfreunde auf zwei Rädern möglicherweise hinterlassen.

Sind die Schäden durch Räder so gravierend?

"In den Bergen fallen zunehmend tiefe Spuren auf, die bei rasanter Bergauffahrt von den E-Bikes gegraben werden. Nicht nur der Waldboden, sogar die Forststraßen leiden unter den Elektrorädern. An steilen Stellen, wo ein "Bio-Biker" meist schieben muss, fahren die immer noch hoch und machen die Fahrbahn kaputt, weil sich die schmalen Räder eingraben", schreibt ein User. Seine Forderung daher: "E-Bikes sollen wie E-Scooter als Elektrokleinstfahrzeuge gelten, dann ist automatisch Fahrverbot in den Bergen."

Wer soll mit dem E-Bike ins Gebirge - und wo?

Keine ganz so rigorose Lösung schlägt ein anderer User vor: Nur auf "Forstwegen und eventuell ausgewiesenen kleinen Wegen" solle gefahren werden dürfen. Ähnlich argumentiert ein weiterer Nutzer: "Wandervereine sollten Wege für Wanderer anlegen und schützen, dazu gehört für mich auch, bestimmte Strecken für Räder zu sperren anstatt Touren anzubieten oder Wege schon von vornherein radgerecht anzulegen." Schwierig umzusetzen ist dagegen vermutlich der Vorschlag eines Users: "Elektroräder sollten nur an ältere Herrschaften verkauft werden, die mangels Kraft und Ausdauer nicht mehr in der Lage sind, sich mit einem Fahrrad ohne Hilfsmotor fortzubewegen."

Zweifel an Gefahr durch Mountainbikes

Doch die Meinung über Verbote, Einschränkungen oder Schäden ist nicht einhellig unter den Usern. Einer hält die Darstellung der Geschwindigkeit von E-Mountainbikes für übertrieben: "Ständig lese ich von E-Bikern, die mit 25 km/h den Berg hochfahren. Selber fahre ich im Jahr - Sommer wie Winter - an die 135.000 Höhenmeter, doch bisher ist mir auf einem Bergpfad noch nie jemand mit dieser Geschwindigkeit begegnet." Ein anderer User glaubt, dass gegen E-Mountainbiker polarisiert werden soll und verweist auf die Einsatzstatistik der Bergwacht Garmisch-Partenkirchen für das Jahr 2018, wo von 997 Einsätzen lediglich elf mit Mountainbikern zu tun hatten, also etwa ein Prozent.

Faires Miteinander gefordert

Pragmatisch sieht die Diskussion ein weiterer User: "Die Berge gehören uns allen, und ein neuer Trendsport hat sich noch nie aufhalten lassen. Entscheidend ist: Gelingt es, ein faires Miteinander von Wanderern und Mountainbikern zu schaffen? Die ganz überwiegende Anzahl der Mountainbike-Sportler fährt ja heute schon auf geeigneten Wegen, die entsprechend ausgebaut und breit genug sind. Hier sollte das Miteinander doch funktionieren!"

© BR

Mountainbiker, Wanderer und Almbesitzer friedlich nebeneinander - das ist das Ziel eins Projekts des Alpenvereins. In der Region Bad-Tölz/Wolfratshausen vermittelt Benjamin Trotter in dieser emotionalen Debatte. Ein harter Job!